Einsatz an Hagener Synagoge Reul: Hinweis auf "islamistisch motivierte" Bedrohung

, aktualisiert am 16.09.2021 - 13:29 Uhr
Die Polizei geht Hinweisen auf eine mögliche Gefährdungslage an einer jüdischen Einrichtung nach. Foto: Kai-Uwe Hagemann/dpa/dpa

Im Ermittlungsfall zu mutmaßlichen Anschlagsplanungen auf die Synagoge in Hagen gab es konkrete Hinweise auf "eine islamistisch motivierte Bedrohungslage". Das sagte Nordrhein-Westfalens Innenminister Herbert Reul (CDU) am Donnerstag in Köln. Die Hinweise seien sehr ernst zu nehmen gewesen und hätten Hinweise auf Täter, Tatzeit und -ort enthalten.

Nach dem Polizeieinsatz hat die Polizei vier Verdächtige festgenommen, darunter einen 16-Jährigen in Hagen. Das teilte die Hagener Polizei am Donnerstag mit. Parallel liefen Durchsuchungen, um mögliche Beweismittel zu sichern, sagte ein Sprecherin. 

Die besonderen Einsatzmaßnahmen der Polizei vor der Hagener Synagoge sind in der Nacht abgeschlossen worden.

In die Ermittlungen um den Polizeieinsatz vor einer Hagener Synagoge ist auch die Zentralstelle Terrorismusverfolgung Nordrhein-Westfalen eingebunden. Das bestätigte die Generalstaatsanwaltschaft Düsseldorf am Donnerstag auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur. Nähere Angaben können noch nicht gemacht werden, wie Oberstaatsanwalt Benjamin Kluck mitteilte. Aus Sicherheitskreisen hieß es, auch der Generalbundesanwalt sei eingeschaltet.

Am späten Mittwochnachmittag hatten starke Polizeikräfte die Synagoge in der nordrhein-westfälischen Stadt abgeriegelt, nachdem es Hinweise auf eine "mögliche Gefährdungslage" gegeben hatte. Die Straße in der Innenstadt, an der die Synagoge liegt, wurde in 250 Metern Abstand gesperrt. Ein für Mittwochabend geplanter Gottesdienst zu Jom Kippur, dem höchsten jüdischen Feiertag, wurde kurzfristig abgesagt.

An Jom Kippur vor zwei Jahren hatte ein bewaffneter Rechtsextremist in Halle in Sachsen-Anhalt versucht, gewaltsam in die dortige Synagoge einzudringen. Als die Tür standhielt, erschoss er in der Nähe zwei Menschen und verletzte auf der Flucht zwei weitere.

Ein Polizeisprecher hatte in der Nacht gesagt: "Wir sind jetzt in besonders engem Kontakt mit der jüdischen Gemeinde. Die Menschen sind in Sorge." Es finde eine enge Abstimmung mit den weiteren jüdischen Gemeinden in NRW statt, hieß es in der Polizeimitteilung. "Ziel der Polizei ist es, die Sicherheit all dieser Einrichtungen zu gewährleisten." Hinweise auf eine Gefährdung weiterer Einrichtungen lägen nicht vor. Dem entsprach am Morgen etwa die Polizeipräsenz an den beiden Essener Synagogen, die augenscheinlich nicht über die üblichen Maßnahmen hinausging.

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