Pokal-Achtelfinale in Stuttgart NawaRo Straubing: Erhobenen Hauptes raus

NawaRo Straubing um MVP Lena Große Scharmann machte dem Deutschen Meister Stuttgart das Leben im Pokal-Achtelfinale lange ziemlich schwer. Foto: Pressefoto Baumann

NawaRo Straubing ist aus dem DVV-Pokal ausgeschieden. Bei der 1:3-Niederlage in Stuttgart verkaufen sich die Niederbayern aber sehr ordentlich.

Dass die Pokalreise von NawaRo Straubing am Samstagabend zu Ende gehen würde, war zu erwarten. Zu klar lag die Favoritenrolle beim amtierenden Deutschen Meister Allianz MTV Stuttgart. Vor welche Probleme Straubing die Stuttgarter in deren eigener Halle stellte, war dann aber doch beachtlich. „Eineinhalb Sätze haben wir starkes Volleyball gespielt, ansonsten hatten wir zu kämpfen – natürlich in erster Linie mit einem engagierten Gegner, aber immer auch noch viel zu sehr mit uns selbst“, sagte Stuttgarts Trainer Giannis Athanasopoulos und bezeichnete NawaRo als „absolut kampfstarken Gegner“.

Auch Straubings Trainer Benedikt Frank war sehr zufrieden mit dem Auftreten seines Teams: „Das war schon echt nicht so schlecht.“ Vor allem in puncto Ballsicherheit und Abwehr habe man ein „saustarkes Spiel“ abgeliefert. „Für Stuttgart war es nervig, wie viele Bälle wir wieder zurückgebracht haben“, so Frank, der die „Einstellung, mehr zu geben als wir eigentlich können“ bei seinem Team hervorhob.

Denn Straubing musste personell erneut improvisieren. Die erneut als Libera eingeplante Paula Morgenroth stand krankheitsbedingt nicht zur Verfügung. Deshalb kamen Sophie Dreblow und Lisa Izquierdo nach ihren Verletzungen früher als geplant wieder zum Einsatz. „Eigentlich sind sie noch nicht weit genug. Die Freigabe der Ärzte war da, aber es zwickt schon noch bei ihnen.“ Umso mehr hob Frank die Leistung der beiden hervor. Den Großteil des Spiels agierte Dreblow als Libera, zwischendurch wurde sie von Lisa Izquierdo abgelöst.

Viele knappe Sätze

Und so wurde NawaRo Straubing über weite Strecken des Spiels von einer sehr guten Annahme und Abwehr getragen. Im ersten Satz erwischten sie den besseren Start, führten 5:2 und zur ersten technischen Auszeit 8:7. Erst dann legten die Gastgeberinnen vor. Doch bis zum 20:21 blieb Straubing hauchdünn dahinter, ehe sich Stuttgart mit vier Punkten am Stück den Satz mit 25:20 sicherte.

Nach einem sehr schlechten Beginn im zweiten Satz (1:4; 1:8; 3:12) konnte NawaRo hier nur noch Schadensbegrenzung betreiben und verlor den Durchgang mit 17:25. Wer nun aber dachte, der Favorit würde die Partie locker nach Hause bringen, sah sich getäuscht. Denn im dritten Satz trumpfte Straubing nochmal so richtig auf, lag lange in Führung und holte sich nach einer spannenden Schlussphase mit 26:24 einen Satz gegen den Meister.

Danach ließen die Stuttgarter kurzzeitig ihre Muskeln spielen, führten im vierten Satz früh mit fünf Punkten Vorsprung (3:8). „Stuttgart war genervt und ist weggezogen“, so Frank. Doch Straubing gab nicht auf, kämpfte sich zurück und glich bei 12:12 aus. Es entwickelte sich eine enge Partie, bis zum 16:18 betrug der Abstand nur zwei Punkte. Doch letztlich musste sich NawaRo mit 20:25 erneut geschlagen geben.

Chancen auch gegen die Top-Teams

Wie geht man nun um mit diesem Spiel? „Ein paar Mädels sind echt enttäuscht und ich bin es auch ein bisschen, wenn ich ehrlich bin“, sagte Benedikt Frank nach der Partie. Das sei auch gut, weil es den Ehrgeiz der Mannschaft verdeutliche. „Wir sehen, wir haben gegen viele Gegner eine Chance. Es ist schön zu sehen, dass du auch gegen eine solche Mannschaft eine Chance hast. Das Kitzeln, Gegner dann auch schlagen zu wollen, ist jetzt noch größer“, führte der NawaRo-Coach weiter aus. Straubing hat nun zwar vier Niederlagen am Stück kassiert, allesamt aber gegen Medaillengewinner der vergangenen Saison. Und vergleicht man den Auftritt in Stuttgart mit dem eineinhalb Wochen zuvor daheim gegen den Meister, dann hat die Mannschaft noch einmal einen Schritt nach vorne gemacht.

Vor dem Spiel hatte Frank schon betont, wie viel Lust er auf ein solches Spiel habe. „Wir sind All-in gegangen und es hat richtig Bock gemacht“, sagte er hinterher. Diese Einstellung müsse man nun immer wieder aufs Feld bringen. „Dann kann das eine richtig gute Geschichte werden“, blickte er voraus. Aus dem Pokalspiel könne man nun jedenfalls „Selbstvertrauen und Glauben“ für die kommenden Aufgaben mitnehmen. Die nächste Partie steht am kommenden Samstag an, dann empfängt NawaRo den VfB Suhl in eigener Halle.

 

idowa-Newsletter kostenlos abonnieren

E-Mail-Adresse:
 
 
 

0 Kommentare

Kommentieren

null

loading