Am Donnerstag, 16. April, genau vor 70 Jahren erfolgte der schwere Luftangriff der Amerikaner auf das Plattlinger Bahngelände, bei dem an die 450 Menschen umkamen. Von der strategischen Lage her völlig nutzlos wurde der Bahnknotenpunkt Plattling noch Ziel der 8. US-Luftflotte, die innerhalb von sieben Minuten das Bahngelände in ein bizarres Trümmerfeld verwandelte.

Der Plattlinger Bahnhof als Drehscheibe des Bahnverkehrs in alle Richtungen war wegen der Wehrmachtstransporte für die alliierte Luftwaffe im Dezember 1944 vielleicht noch interessant, stand die Rote Armee zu diesem Zeitpunkt erst in Polen und an den Reichsgrenzen.

Der große Schlag gegen den Plattlinger Bahnknotenpunkt erfolgte aber am 16. April zu einem Zeitpunkt, als es eigentlich im total zerstörten Deutschland nichts mehr zu bombardieren gab. Diesmal stellte die 8. US-Luftflotte die Bomber und bot für den Angriff auf Plattling 77 Maschinen auf. Nach Augenzeugenberichten flogen die Flugzeuge zuerst in Richtung Deggendorf, drehten jedoch wieder zurück und waren am Nachmittag gegen 15.50 Uhr wieder über der Isarstadt. Nach sieben Minuten gab es keinen Plattlinger Bahnhof mehr, kein Bahn- und Rangiergelände und auch keinen Eisernen Steg mehr. Von den ca. 2.000 geparkten Waggons aller Typen und den dort stehenden 37 Lokomotiven war ein großer Teil vernichtet und beschädigt. Das schlimmste jedoch waren die Toten in den Zügen und die im Luftschutzraum unter dem Wartesaal im Bahnhof, wo sich viele in Sicherheit gewähnt hatten.