Pläne für Sommer 2020 Ein Autokino für Straubing?

Viele Menschen verbinden mit dem Autokino ganz spezielle Erinnerungen. Ein junger Passauer will diese nun wiederbeleben. (Symbolbild) Foto: Bernd Thissen/dpa

Stilvolle Oldtimer, der Duft von Popcorn und Limonade, nostalgische Schwarzweißfilme, Geknutsche auf dem Autositz: All das kommt in den Sinn, wenn man an ein Autokino denkt. Ein 29-jähriger Passauer will, dass die nostalgische Vision im kommenden Jahr in Niederbayern Realität wird. 

"Die Idee schlummert schon seit Jahren in meinem Kopf", sagt Nicolas Nagel. Das Schlüsselerlebnis sei ein Schüleraustausch in Philiadelphia vor mittlerweile zehn Jahren gewesen, während dem er ein Autokino besuchte. Seitdem hat ihn das Thema nicht mehr losgelassen. Und seit er eine Event-Firma gegründet hat, die Musikfestivals und Bootspartys veranstaltet, hat er auch die Möglichkeit dazu. "Das Autokino werde ich ganz allein organisieren", betont der junge Geschäftsführer. "Es ist auf jeden Fall ein Herzensprojekt."

Er erkannte die Marktlücke beim Googeln: keine niederbayerischen Autokino-Events in der jüngeren Vergangenheit waren da zu finden. Also entschloss er sich, selbst zur Tat zu schreiten. 

"Das sind meine Pilotprojekte"

Begonnen hat Nagel sein nostalgisches Projekt ganz zeitgemäß: Mit zwei Facebook-Veranstaltungen für Passau und Straubing und der Ansage, dass es jeweils 2.000 Interessierte geben müsse, damit das Autokino Realität werden kann. Die Zahl wurde in beiden Fällen innerhalb von nur zwei Wochen erreicht. "Das sind meine Pilotprojekte", sagt Nagel. In den beiden Städten will er "das einfach mal antesten, meine Idee mit Leben füllen."

Aktuell geht es darum, die Verantwortlichen seitens der Stadt Straubing von seiner Vision zu überzeugen, und einen geeigneten Ort für sein Event zu buchen: "Man braucht einfach Platz für 200 Autos und die ganze Technik, daher schaut man natürlich direkt nach Volksfestplätzen wie eben dem Dultplatz in Passau oder dem Parkplatz Am Hagen in Straubing." Auch die Straubinger Trabrennbahn als Veranstaltungsort zieht Nagel in Betracht. 

Obwohl die Planung für die ersten beiden Städte noch nicht abgeschlossen ist, denkt er bereits über weitere Orte nach. Mittelfristig plant er eine Veranstaltung in Landshut. Weitere Städte schließt der Organisator ebenfalls nicht aus, wenn "das denn gut ankommt". Grob peilt er den Sommer 2020 als Zeitpunkt für eine mögliche Premiere an.

"Noch nichts in trockenen Tüchern"

Zwei bis vier mal pro Standort sollen in den Autokinos Filme laufen – mindestens, denn die benötigten Hochleistungs-Projektoren und Leinwände sind selbst zur Miete sehr teuer und müssen sich lohnen. "Ich will schon, dass das ein kleines Happening wird", betont Nagel. Deshalb soll es in Kooperation mit einem Autohändler Oldtimer-Wagen in der ersten Reihe zum Anmieten und Angestellte mit klassischen Bauchläden auf Rollschuhen geben, die für die Besucher das authentische "Feeling" eines Autokinos erzeugen sollen. "Wie das eben so war in den 60ern", erklärt der Organisator. 

Anders, als man vielleicht denken könnte, werden jedoch keine speziellen "Pärchenfilme" laufen. Nagel strebt vielmehr eine Mischung aus "Evergreens", die auch ein älteres Publikum ansprechen, und brandaktuellen "Blockbustern" an. "Dazu wird es dann Abstimmungen auf den Facebook-Seiten geben", so der 29-Jährige. "Vielleicht könnte es sogar einen Thriller von einem niederbayerischen Drehbuchautor zu sehen geben, der kommendes Jahr rauskommt." Genaueres könne er aber noch nicht verraten.

Einstweilen befindet sich Nagel aber noch in Gesprächen wegen des Standortes. "Noch ist leider nichts in trockenen Tüchern", erklärt er. Ein geeignetes Areal sei mittlerweile aber gefunden, man befinde sich jetzt in der Terminfindung. Auch Max Riedl von der Straubinger Ausstellungs- und Veranstaltungs GmbH dämpft die Erwartungen noch: "Das war allenfalls eine Anbahnung, ein loser Kontakt. Da wurde der zweite Schritt vor dem ersten gemacht", sagt er in Bezug auf die großen Facebook-Ankündigungen und das mediale Echo darauf.

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