In der weiß-blauen Dämmerung tanzen, bis die Wolken wieder lila sind, zu Electro, Hip Hop, Pop, Reggae und mehr: Das Line-Up des zweiten Pfingst-Open-Airs am neuen Standort im Centro Benedetto macht es möglich. Vor allem viele deutschsprachige Künstler treten von 17. bis 19. Mai auf. Für alle "Marteria Girls" und die, die sich nicht mehr an "die Nacht von Freitag auf Montag" erinnern können, sei an dieser Stelle noch mal zusammengefasst, warum es ziemlich schwer fallen dürfte, sich für nur einen der drei Festivaltage zu entscheiden (Tagestickets gibt es seit Mittwoch beim Leserservice des Straubinger Tagblatts).

Den Auftakt am Freitag machen Marteria, SDP, Käpt'n Peng & Die Tentakel von Delphi, Supershirt, Vierkanttretlager und viele mehr allein auf der Hauptbühne. Da heißt es dann nicht nur tanzen an den "langweiligsten Orten der Welt" und dabei "das neue Gold" feiern, auch was passiert, wenn sich zwei Leute in Füchse verwandeln, werden die musik- und wortspielfreudigen Zuhörer dann erfahren.

Am Abend kommen die Berliner von der Stonedeafproduction, kurz SDP, die sich als die bekannteste unbekannte Band der Welt bezeichnen. Vor allem durch ihre Zusammenarbeit mit dem mittlerweile babyzahmen Rüpelrapper Sido wurden die beiden bekannt. Obwohl sie sich nicht nur dem Sprechgesang, sondern einer Mischung aus unterschiedlichsten Stilen, von Rock bis Hip-Hop, verschrieben haben.


Damit geht es dann bei Marteria, ebenfalls aus Berlin, weiter. Er zeigt den Festivalbesuchern nicht nur, warum er "so schön verstrahlt" ist und "zum König geboren". Bleibt zu hoffen, dass keiner während des Konzertes in "Sekundenschlaf" fällt, was aber durchaus passieren könnte. Dabei sollten doch alle wach bleiben, "bis die Wolken wieder lila sind".

Samstag

Auch am Samstag hält das Pfingst-Open-Air einige Glanzlichter am deutschen Reggae-, Rap- und Rockhimmel parat. Die Headliner am zweiten Festivaltag sind die Heidelberger Irie Révoltés. Mögen sie sich für manche auf die ersten Takte ein bisschen wie Culcha Candela anhören, kann das täuschen. Denn sie singen nicht nur auf Deutsch, sondern rappen auch auf Französisch.

Der Auftritt der Band, die sich auf vielfache Weise gegen Ausgrenzung und Rassismus und für sauberes Trinkwasser und Afrika engagiert, wird von den Brüdern von SAM eingeläutet, die die "Liebe zur Musik" sicher mit ihrem melodischen Rap schüren werden.

Davor erobert Nina Sonnenberg, ehemals Fiva MC und mittlerweile mit dem Phantom-Orchester unterwegs, die Bühne unter dem Papstdach. Nicht nur durch zahlreiche Auftritte auf Poetry Slams hat sich die Münchnerin einen Namen in der Szene gemacht, auch ihre Liebeserklärung an ihre Freunde, nicht nur im "Frühling", und ihr Geständnis "Ich bin ein Goldfisch und muss nicht in Gold schwimmen" verdrehen die Köpfe. Zuvor hält mit Grossstadtgeflüster der Elektropop Einzug in Salching. Dass sie gar nix müssen, das weiß jeder längst.

Ein besonderes Schmankerl sind natürlich Fuadadeimuada, vergangenes Jahr noch im Zelt, heuer auf der Mainstage. Die sympathischen Regensburger konnten bei mehreren Auftritten in Straubing schon überzeugen, dass es wirklich schade ist, dass wir keinen Strand haben, keine Piraten sind und trotzdem allerweil wieder "'s Fiaba" kriegen.

Sonntag

Und "weil das morgen noch so ist", weil das immer schon so war, kommt zum Schluss der letzte Tag, der Sonntag. Mit Caravan Palace haben die Veranstalter erfrischend andere Nachbarn aus Frankreich eingeladen. Sie machen Elektroswing und stellen damit einen tanzbaren Kontrast zu dem doch eher Hip-Hop-lastigen Programm der anderen Tage dar.

Zuvor spielt aber noch mal deutsche Musik die Hauptrolle: Bosse kommt. Der Braunschweiger mit der Gitarre hat mit "Schönste Zeit" erst im Februar eine eingängige Damals-war-alles-so-toll-Single mit einer gehörigen Portion Melancholie veröffentlicht. Also, Taschentücher einpacken, im Takt wiegen und an vergangene Sommer erinnern.

Davor kommt Weekend und erzählt, warum Rap out ist und wie er es trotzdem damit auf die großen Bühnen geschafft hat. Wer im Deutschunterricht aufgepasst hat und Russendisko nicht nur wegen Matthias Schweighöfer kennt, der darf guten Gewissens zur russischen Ska- und Pop-Rap-Mischung von Rotfront tanzen, bis das "Backsteinpulver" fliegt. Ebenfalls auf der Hauptbühne dürfen dieses Jahr die Straubinger von Ace at the second service auftreten, die nicht nur auf ihrer EP "Street Light" einige radiotaugliche Gute-Laune-Songs im Programm haben werden.

Ein besonderes Schmankerl für partylustige musik- und festivalbegeisterte Straubinger ist der kostenlose Shuttlebus vom Bahnhof zum Festivalgelände im Centro Benedetto und zurück. Er fährt immer zur vollen und zur halben Stunde am Freitag zwischen 12 und 21.30 Uhr und am Samstag und Sonntag von 14 bis 19.30 Uhr. Die Abreise ist dann immer um Viertel und um Dreiviertel ab Festivalgelände in der Nacht auf Samstag und auf Sonntag von 0.15 bis 3.45 Uhr möglich, sowie in der Nacht auf Montag von 0.15 bis 2.45 Uhr und am Montagvormittag ab 9.15 bis 12 Uhr.

Info

Drei-Tages-Karten und Tagestickets für das Pfingst-Open-Air , von 17. bis 19. Mai, auch die begehrten Hard-Tickets, gibt es beim Leserservice des Straubinger Tagblatts, Ludwigsplatz 32, Telefon 09421/940-6700.