Paukenschlag im Carsharing Kauf von DriveNow-Anteilen: BMW macht Weg frei für Fusion

DriveNow und Car2Go planen eine Fusion im Carsharing-Sektor. Foto: Inga Kjer/dpa

Der Weg für eine Fusion von DriveNow und Car2Go ist nun frei. BMW kauft Sixt Anteile ab. Ein Experte nennt die Vorteile der Fusion.

München - Der Autobauer BMW kauft dem Partner Sixt dessen Anteile am gemeinsamen Carsharing-Anbieter DriveNow ab.

Der Münchener Dax-Konzern zahlt für rund die Hälfte an dem bisherigen Gemeinschaftsunternehmen rund 209 Millionen Euro, wie die Unternehmen am Montag mitteilten. Die Aufsichtsbehörden müssen der Transaktion zustimmen, die Freigabe wird im zweiten Quartal erwartet.

Kommt es zur Mega-Fusion?

Seit längerem wird spekuliert, dass BMW sein eigenes Carsharing-Angebot mit Car2Go vom Stuttgarter Rivalen Daimler zusammenlegen will. Dabei galt die Beteiligung des Autovermieters Sixt bisher als Hürde.

Nach Informationen der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" sollen die Marken erhalten, aber auf einer gemeinsamen App gebündelt werden.

Fusion spart Kosten

"Für die Kunden macht das die Nutzung einfacher", erklärt Gunnar Nehrke vom Bundesverband Carsharing. Auch aus Sicht der Unternehmen wäre die Fusion sinnvoll, glaubt Stefan Bratzel von der Hochschule Bergisch-Gladbach: "Wenn man irgendwann schwarze Zahlen schreiben will, muss man den Umsatz steigern oder die Kosten senken."

Würden Flottenmanagement, IT, Buchung, Service und Verwaltung zusammengelegt, könnten beide sparen.

Carsharing als Absatzkanal für Autohersteller

Für Bratzel gibt es drei Gründe, warum sich die Autobauer plötzlich beim Carsharing engagieren. Erstens: Carsharing-Autos sind Werbung, Autofahrer können also mal einen Elektro-BMW i3, Mini, Smart oder Mercedes Probe fahren.

Zweitens: Eigene Carsharing-Flotten sind für die Autokonzerne ein Absatzkanal, den sie selbst steuern. Wenn 20 000 Autos etwa alle sechs Monate ausgetauscht werden, dann "kommt einiges zusammen."

Drittens versuchen sie Internetfirmen wie Uber, Paroli zu bieten. Sie versuchen, deren Geschäftsmodelle verstehen zu lernen und Kontakt zum Kunden aufzubauen. "Das ist ein Kampf der Welten", sagt Bratzel. Wer den Markt erst einmal besetzt und die Konkurrenz verdrängt hat, fängt an, Geld zu verdienen. Am Ende dürften sich nur wenige Akteure durchsetzen.

 
 
 

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