Kommentar Paradise Papers: Gier ohne Ende

Blick auf den Jachthafen von Hamilton, der Hauptstadt der Bermuda-Inseln. Erneut sorgt ein Datenleck für Wirbel in den globalen Steuerparadiesen. Foto: dpa

Warum die Aufregung? Gut, die Paradise Papers bringen etwas mehr Licht in eine Schattenwelt, in der die grenzenlose Gier herrscht: Wer viel hat, will noch mehr, und vor allem will er möglichst wenig abgeben. Dass Vermögen der Queen in einen Fonds auf den Cayman Islands geflossen ist, dass auch Ober-Gutmensch Bono, der stets weiß, wie andere sich verhalten sollten, oder US-Handelsminister Wilbur Ross in den Dokumenten auftaucht, erhöht den Empörungsfaktor.

Grundsätzlich ist das, was ein Recherchenetzwerk zutage gefördert hat, jedoch nichts Neues und in vielen Fällen nicht einmal illegal. Es deckt sich mit dem, was schon durch die Panama Papers und die Bahamas-Liste bekannt ist. Dennoch ist die Veröffentlichung wichtig. Damit auch der Letzte, der den Hals nicht vollkriegt und der sein Geld auf zweifelhafte Weise vor dem Fiskus "in Sicherheit" bringt, begreift: Niemand kann sich mehr darauf verlassen, dass sein Finanzgebaren und seine Steuertricks im Dunkeln bleiben.

Auch große Konzerne, die sich arm rechnen, Steuern dort bezahlen, wo sie am günstigsten wegkommen, können nicht daran interessiert sein, immer wieder an den Pranger gestellt zu werden. Beim Bürger, der ehrlich Steuern zahlt, der seinen Beitrag leistet, damit die Gesellschaft funktionieren kann, wächst die Wut über all die Milliarden Euro, die der Allgemeinheit vorenthalten werden.

Den vollständigen Artikel lesen Sie auf idowa+ oder in Ihrer Tageszeitung vom 07. November 2017.

 

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