Mit gebrochener Stimme und den Tränen nahe erzählt der 68-jährige Angeklagte am Montagmorgen seinen Tagesablauf des 2. März 2019. Immer wieder macht der berentete Schreiner Pausen und ringt um seine Fassung, als er dem Vorsitzenden Richter, Dr. Georg Meiski, die Nacht schildert, in der sein Gartenhaus abbrannte und sein Haus und die Garage mit "Nazi" und "Tod", SS-Runen und Weiterem beschmiert wurden.

Vor fast genau einem Jahr stand der Mann bereits wegen des Vorwurfs der schweren Brandstiftung, des versuchten Versicherungsbetrugs und Vortäuschung einer Straftat vor Gericht - er soll sein Gartenhaus angezündet haben, um die Versicherungsleistung in Anspruch zu nehmen. In der Verhandlung vor dem Amtsgericht wollte der Beschuldigte keine Angaben zur Sache machen. Ende Oktober des vergangenen Jahres wurde er nach mehreren Verhandlungstagen zu zwei Jahren und neun Monaten Haft verurteilt. Am ersten Prozesstag des Berufungsverfahrens vor dem Landgericht erschien der mutmaßliche Brandstifter mit einem Verteidigerduo bestehend aus Johannes Wiesenberger und Dr. Ronny Raith. In erster Instanz hatte den Mann nur Wiesenberger vertreten.