Ostbayern Wohnungs-Offensive? Anscheinend nicht überall

Bei der Anzahl der fertiggestellten Wohnbauprojekte weisen die ostbayerischen Kommunen zum Teil eine sehr unterschiedliche Entwicklung auf. (Symbolbild) Foto: Stefan Karl

Mit der derzeitigen Situation auf dem Wohnungsmarkt gehen die Kommunen und Wohnbaugesellschaften in Bayern sehr unterschiedlich um. Während sich die Zahl der fertiggestellten Wohnungen 2018 im Vergleich zum Vorjahr unterm Strich kaum verändert hat, sieht die Bau-Statistik klare Spitzenreiter und Schlusslichter unter den Kommunen.

Nach Angaben des Bayerischen Landesamts für Statistik wurden von den Bauaufsichtsämtern in Bayern im Jahr 2018 insgesamt knapp 61.000 Wohnungsfertigstellungen gemeldet. Das sind in etwa so viele wie im Jahr davor. Auf Ostbayern entfielen davon rund 22.000 – auch dieser Wert kaum verändert.

Spitzenreiter bei den fertiggestellten Wohnungen blieben laut einer Aufstellung des bayerischen Landesamts für Statistik und Datenverarbeitung Stadt und Landkreis Regensburg: Dort wurden rund 2.100 Wohnungen zum Erstbezug übergeben, in der Stadt in etwa so viele wie im Landkreis. Die Zahlen sind im Vergleich zum Vorjahr stabil.

Die Zahl der fertiggestellten Wohnungen 2018 und 2017 im Vergleich.

Grafik: Stefan Karl

Deutlich gesteigert hat sich die Zahl der übergabefertigen Wohnungen in Stadt und Landkreis Straubing-Bogen – dort wurden mit zuletzt 886 rund 100 Wohnungen mehr gebaut als im Vorjahr. Eine ähnliche Entwicklung ist auch für die Landkreise Deggendorf und Cham zu verzeichnen. Cham steigerte im Vergleich zu 2017 die Zahl der fertiggestellten Wohnungen sogar um rund 40 Prozent.

Gleichzeitig wurde in einigen ostbayerischen Gebietskörperschaften deutlich weniger gebaut: Rückläufige Zahlen melden die Statistiker für Stadt und Landkreis Landshut sowie für die Landkreise Kelheim und Dingolfing-Landau. Im Landkreis Kelheim findet dieser Rückgang allerdings auf hohem Niveau statt: Mit zuletzt gut 800 Wohnungen zum Erstbezug hat der Landkreis nach wie vor eine der höchsten Bauquoten in Niederbayern.

Trend zu Mehrfamilienhäusern

Mit Blick auf den Freistaat insgesamt sind die größten Einbrüche in Mittelfranken festzustellen: Dort wurden rund 14 Prozent weniger Wohnungen als im Vorjahr fertiggestellt. Unangefochten an der Spitze bleibt Oberbayern, im Jahr 2018 mit einem Bau-Plus von rund neun Prozent.

Der Trend bei den Neubauten geht in Richtung Geschosswohnungsbau – immer mehr Wohnraum wird in Mehrfamilienhäusern geschaffen. Im Bereich der Eigenheime weisen die Zahlen ein Minus von vier Prozent gegenüber 2017 aus. Für den Geschosswohnungsbau, Wohnheime abgezogen, dagegen ein Plus von sechs Prozent.

Während vier der sieben Regierungsbezirke Bayerns bei den Wohnungsfertigstellungen relative Rückgänge im zweistelligen Bereich verzeichneten, haben die Oberpfalz, Schwaben und Oberbayern ihr jeweiliges Vorjahresergebnis sowie den Mittelwert im Freistaat übertroffen. Eine unterschiedliche Entwicklung zeigt sich auch auf Ebene der bayerischen Städte und Landkreise. Während für die 25 kreisfreien Städte im Jahr 2018 insgesamt drei Prozent weniger Wohnungsfertigstellungen festzustellen sind, als 2017, konnten die 71 Landkreise zeitgleich insgesamt rund ein Prozent mehr Wohnungsfertigstellungen verbuchen.

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