An Mosel und Saar Überschwemmungen und Hochwasser nach Dauerregen im Südwesten

Der Ort Ürzig ist überschwemmt. Foto: Harald Tittel/dpa/dpa

Dauerregen und steigende Pegelstände: Vor allem den Südwesten Deutschlands treffen die Wassermassen. Bei Trier wird ein Dorf überschwemmt.

Trier - Überflutete Fahrbahnen, überschwemmte Grundstücke, eingeschlossene Menschen: Heftige Regenfälle haben vor allem im Südwesten Deutschlands zahlreiche Rettungseinsätze ausgelöst.

In Rheinland-Pfalz wurde in der Nacht der Ortskern der Gemeinde Aach bei Trier von einem Bach überschwemmt, wie ein Sprecher der Technischen Einsatzleitung sagte.

Auch in Orten an der Mosel gibt es Überschwemmungen. "Das Hochwasser steigt weiter, es wird noch kritisch werden", sagte ein Sprecher der Polizei im Städtchen Bernkastel-Kues, das rund 50 Kilometer moselabwärts von Trier liegt. Nachdem in der Nacht Hunderte Helfer im Kreis Trier-Saarburg im Einsatz waren, erreichen die Wassermassen nun die Mittelmosel: "Wir machen nach und nach die Straßen dicht."

Die Ortsdurchfahrt Kues in Bernkastel-Kues laufe zu, auch Zeltingen sei gesperrt. Der Polizeisprecher ging davon aus, dass von dem Hochwasser Hunderte Keller betroffen sein würden. "Die Anwohner sind aber darauf eingestellt." Die Lage sei überschaubar.

Der Pegel stand in Trier am Morgen bei gut 8,60 Metern - das sind mehr als fünf Meter über normal. Im Laufe des Tages sollte der Scheitelpunkt erreicht werden: Danach seien sinkende Pegelstände vorhergesagt, sagte ein Sprecher des Hochwassermeldezentrums Rheinland-Pfalz.

Grund für die steigenden Pegelstände sind vor allem starke Niederschläge in Frankreich in den Vogesen, wo die Mosel entspringt. Der Fluss mündet bei Koblenz in den Rhein. Nach und nach werde der Wasserstand nun überall an der Mosel steigen, sagte der Sprecher des Meldezentrums.

Die Ortsbürgermeisterin der überschwemmten Gemeinde Aach bei Trier, Claudia Thielen, sagte: "So etwas habe ich als Ortsbürgermeisterin noch nicht erlebt." Etliche Keller in dem Dorf seien vollgelaufen, die Straße stand am Morgen noch unter Wasser.

Auch das benachbarte Luxemburg ist vom Hochwasser betroffen. Seit Montagabend waren die Feuerwehren nach eigenen Angaben rund 270 Mal im Einsatz. Drei Mal mussten Menschen aus Autos befreit werden, in denen sie vom Wasser eingeschlossen waren. Zahlreiche Straßen wurden gesperrt, unter anderem in Mosel-Orten wie Schengen oder Mertert. Hochwasser gibt es auch an der Saar, die in die Mosel fließt. In Saarbrücken wurde die Stadtautobahn gesperrt, die direkt an der Saar verläuft.

Auch in Baden-Württemberg kam es zu Einsätzen. In Stetten am kalten Markt bei Sigmaringen fiel ein Baum auf ein Wohnhaus, durchschlug das Dach und beschädigte drei Autos. Der Schaden beträgt laut Polizei etwa 60.000 Euro.

Orkanartige Böen und teils ergiebiger Dauerregen sorgten auch in Bayern für Probleme. Wegen des Sturms wurde der Münchner S-Bahn-Verkehr der Linien S1 und S2 am Morgen teilweise gesperrt. Bäume seien umgeknickt und in die Oberleitungen gefallen, erklärte ein Sprecher der Deutschen Bahn.

Bis Mittag rechnete der Deutsche Wetterdienst (DWD) in den betroffenen Regionen teils mit ergiebigem Dauerregen. Im Schwarzwald sollen dann innerhalb von 72 Stunden Mengen um die 120 Liter pro Quadratmeter, in Staulagen um 150 Liter gefallen sein. Punktuell seien aber auch deutlich höhere Werte möglich. Zudem warnte der DWD für den ganzen Tag vor starken bis stürmischen Böen mit Geschwindigkeiten zwischen 50 und 70 Kilometern pro Stunde.

 

idowa-Newsletter kostenlos abonnieren

E-Mail-Adresse: