Erst fällt das F-Wort, später ein anderes unaussprechliches mit einem S am Anfang. Der Gamer spielt schimpfend weiter und gibt computerspieltypische Geräusche wie "Pfrfr", "tshll" oder "pchoa" von sich. Aus den Lauten entwickelt sich ein Rhythmus, der die durchaus operntraditionelle Klage einer Sopranistin begleitet, die ihren Bariton im Bett vermisst.

Das mit 15 Musikern besetzte Orchester setzt erst in der zweiten Szene von "Singularity" ein. Miroslav Srnka setzt in seiner neuen Oper primär auf die Stimmen und ihre Möglichkeiten zwischen Gesang und Geräusch. Der 46-jährige Tscheche hat sie ausdrücklich für die jungen Stimmen des Opernstudios der Bayerischen Staatsoper komponiert und ihnen dabei nichts geschenkt: Es geht sehr oft hoch hinauf.