Online zum Führerschein So geht Fernunterricht an einer Straubinger Fahrschule

Ein Blick in die Online-Zentrale: Für seine Zoom-Kurse ist Fahrlehrer Stefan Sittl auf jede Menge Technik angewiesen. Foto: Fahrschule Sittl

Der Corona-Lockdown betrifft natürlich auch die Fahrschulen. Seit Mitte Dezember schon findet weder theoretischer noch praktischer Unterricht statt. Bei der Straubinger Fahrschule Sittl hat man sich eine kreative Lösung einfallen lassen: per Zoom-Meeting Richtung Führerschein.

Lange war es untersagt, theoretischen und praktischen Unterricht durchzuführen, doch dann öffnete sich ein Fenster. Als das bayerische Verkehrsministerium Ende Januar entschied, Online-Unterricht in Fahrschulen zuzulassen, zögerte Stefan Sittl nicht lange: Seit dem 4. Februar bietet er Unterricht per Online-Konferenz an. 

Der Unterricht funktioniert in der Praxis so: Eine halbe Stunde vor Unterrichtsbeginn bekommen die Fahrschüler einen Einladungslink für ein Zoom-Meeting zugeschickt und loggen sich ein. "Ich sehe dann an meinem Bildschirm, wer alles teilnimmt, und muss zu Beginn erstmal alle Identitäten feststellen – es soll sich ja nicht irgendwer da hinsetzen können", erklärt der Fahrlehrer. "Ab da läuft der Unterricht aber dann eigentlich genauso wie vor Ort in der Fahrschule." Das bedeutet, dass Stefan Sittl mit seinen Fahrschülern im Prinzip das ganz normale Fahrschulprogramm durchnehmen kann.

Der Lehrer selbst ist dabei nur in einem kleinen Video-Fenster in der Ecke des Bildschirms zu sehen – den weit größeren Teil nimmt eine Präsentation mit Schaubildern, Verkehrsregeln und Fragen ein. "Das Tolle ist, dass ich hier auch einfach Videos und Animationen abspielen kann, um Dinge besser zu verdeutlichen", sagt der Straubinger Fahrlehrer. "Darüber hinaus sind wir natürlich ständig in Kontakt, die Schüler können ihre Fragen stellen und ich kann Sachen erklären." Regelmäßig teilt Sittl die Fahrschüler-Gruppe auch auf und lässt sie in separaten Online-Räumen Gruppenarbeiten machen. "Da schaue ich dann überall mal rein, wie es läuft", sagt er. "Und danach kommen wir alle wieder zusammen, um die Gruppenarbeiten zu besprechen." 

Die Fahrschüler sind in der Konferenz teils mit Kamera zugeschaltet, teils auch nur per Mikro. "Das ist ganz unterschiedlich, da habe ich keine Vorgaben", sagt der Fahrlehrer. Der Nachweis von Leistungen wird aber natürlich trotzdem gewährleistet: Sittl zeichnet jede Online-Stunde auf und überprüft am Ende nochmals, ob alle Teilnehmer da sind. Nur dann gilt die Teilnahme als verifiziert. "Kurz einloggen und dann vom Rechner weggehen ist also nicht möglich", erklärt der Fahrlehrer. 

Schüler freuen sich sehr über die Online-Lösung

Die Resonanz bei den Fahrschülern fällt durchgehend positiv aus, wie Stefan Sittl betont. "Die sind alle ganz begeistert, weil sie jetzt schon so lange darauf warten mussten, dass es mal irgendwie weitergeht", sagt er. "Und jetzt freuen sie sich, dass sie überhaupt irgendwas machen können." Ein weiterer Vorteil ist, dass die Autofahrer in spe so nicht zur Fahrschule müssen und ihren Theorie-Unterricht stattdessen von zu Hause aus machen können. "Die meisten sind das mittlerweile natürlich sowieso von der Schule gewohnt", sagt der Fahrlehrer. "Deshalb sind die Schüler da fix, technische Probleme hatten wir bisher zudem auch kaum." 

Nicht nur die Schüler freuen sich – auch der Lehrer ist mittlerweile angetan vom Online-Angebot. "Am Anfang war ich schon ein bisschen skeptisch", gibt Sittl zu. Auch sei es sehr ungewohnt für ihn gewesen, plötzlich mit einer Kamera zu reden statt vor einem Publikum. "Aber jetzt läuft das alles richtig gut."

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