Olympionike aus Passau Biathlet Johannes Kühn im Interview

Aus Passau stammender Ausnahme-Biathlet: Johannes Kühn. Foto: Kevin Voigt

Athletik und Präzision, das sind die Stärken des gebürtigen Passauers Johannes Kühn. Seine Leidenschaft für den Wintersport haben ihn schon 2018 zur Olympiade in Südkorea geführt. Nun ist er auch in Peking mit dabei, obwohl er im Vorfeld mit einer Corona-Erkrankung zu kämpfen hatte. Für das NIEDERBAYERN TV Magazin wurde der Ausnahmesportler vor und nach seiner Abreise interviewt.

Vor der Olympiade

Als gebürtiger Passauer zu den Olympischen Spielen – was ist das für ein Gefühl?

Johannes Kühn: Nachdem ich 2018 schon bei den Spielen in Südkorea war, weiß ich ungefähr, was mich erwartet. Trotzdem ist es 2022 - nicht nur mit Corona - etwas Besonderes. Keiner weiß ganz genau, was uns in China erwartet.

Wie läuft die bisherige Saison für Sie?

Kühn: Nach einer schlechten Quali in Muonio konnte in die internationale Saison recht ordentlich starten. Das erste Wochenende startete ich beim IBU Cup in Idre und konnte dort noch einmal Wettkampfpraxis für das zweite World-Cup-Wochenende in Östersund sammeln. Dort war mein Einstieg in den WC gleich recht gut, Platz 12 und 14 reichten auch gleich für die Olympiaquali. Ansonsten muss ich sagen, dass ich mit fast allen Rennen sehr zufrieden bin. Leider kam jetzt nach Oberhof meine Corona-Infektion dazwischen und ich habe einige Rennen verpasst.

Welche Medaillenchancen rechnen Sie sich für die Olympiade aus?

Kühn: Nach meiner Corona-Infektion kann ich das nicht genau sagen, da ich nicht genau weiß, wie sich meine Form bis Peking wieder hinbiegen lässt. Trotzdem hoff ich, für mich ein gutes Rennen zu machen, dann ist, wie man diesen Winter gesehen hat, viel möglich. Voraussetzung ist natürlich eine gute Form.

Wie bereiten Sie sich darauf vor?

Kühn: Wir haben jetzt eine Woche Trainingslager, bevor es nach China geht.

Was überwiegt – Vorfreude oder Anspannung?

Kühn: Die letzten zwei Wochen waren sehr anstrengend, da wegen Corona viel zu erledigen war. Deshalb bin ich ganz froh, mich jetzt nochmal auf das Training fokussieren zu können, dann kommt auch bestimmt die Vorfreude zurück. Trotzdem wird man, bis man dort in seinem Zimmer sitzt, immer etwas angespannt sein. Eine lange Reise mit vielen Unbekannten ist immer ein kleines Abenteuer.

Wie geht es nach der Olympiade für Sie weiter?

Kühn: Nach Olympia ist eine Woche Wettkampfpause und dann stehen noch drei World-Cup-Wochenenden an, bei denen ich an meine Ergebnisse bis Oberhof anknüpfen möchte.

Nach der Olympiade

Wie beurteilen Sie die Erfahrung, in Peking dabei gewesen zu sein?

Kühn: Nachdem ich 2018 als Ersatzläufer dabei war und nur durch Glück zu einem Einsatz kam, war es in Peking für mich viel „schöner“. Man hatte mehr zu tun und hat durch die Rennen auch deutlich mehr von dem olympischen Feeling mitbekommen. Natürlich wäre es schöner vor mehr Zuschauern oder der Familie Wettkämpfe bestreiten zu können, aber es war trotzdem eine schöne Erfahrung. Olympische Spiele sind dann doch immer etwas besonderes. Ansonsten kann ich sagen, dass aus Sportler-Sicht in Peking alles gut funktioniert hat. Stadion, Strecke, Shuttle und das Leben im olympischen Dorf waren gut organisiert.

Ergebnisse

Johannes Kühn belegte in den Biathlon-Wettbewerben folgende Plätze:

  • 20 km Einzel Herren: Rang 51
  • 10 km Sprint Herren: Rang 33
  • 12,5 km Verfolgung Herren: Rang 12
  • 15 km Massenstart Herren: Rang 10

Wir gratulieren zu dem hervorragenden Ergebnis.

Dieses Interview erschien im NIEDERBAYERN TV Magazin, Ausgabe 10.

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