Finanzminister und Vizekanzler Olaf Scholz will unbedingt beweisen, dass Sozialdemokraten rechnen und mit Geld umgehen können.

Deshalb trägt er die "schwarze Null" demonstrativ wie eine Monstranz vor sich her, um sich als würdiger Nachfolger des als Sparkommissar berühmt gewordenen Vorgängers Wolfgang Schäuble zu erweisen. Leider kann er nicht überzeugen. Gewiss, auch er präsentiert zu Beginn der Haushaltswoche im Bundestag einen ausgeglichenen Etat. Doch mal ernsthaft: Wäre alles andere angesichts der brummenden Konjunktur und der sprudelnden Einnahmen nicht schon eine Sensation? Inhaltlich jedoch zeigt der Haushalt durchaus Schwächen, die Null unter dem Strich schimmert eher rot als schwarz. Die Ausgaben für Soziales steigen deutlich stärker als die Investitionen in die Zukunft, also Bildung und Forschung, die der großen Koalition angeblich so am Herzen liegen. An Bekenntnissen zur Bundeswehr und zur Entwicklungspolitik mangelt es ebenfalls nicht, was die Etats von Ursula von der Leyen und Gerd Müller allerdings nicht widerspiegeln. Die Steuerzahler indes schauen in die Röhre.

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