Österreich Mit Schneeschuhen in die Kärntner Nockberge

Die Heilquelle unter der Kathreinkirche. Foto: Axel Scheibe

Langsam werden die Schritte schwerer und auch so ein ganz kleines Hungergefühl schleicht sich ein.

Wobei Hunger vielleicht der falsche Ausdruck ist. Appetit trifft es wohl besser. Seit gut zwei Stunden stapfen die Wintersuchenden geführt von Wolfgang Krainer, ihrem Guide, der gleichzeitig Chef der gleichnamigen Skischule in Bad Kleinkirchheim ist, durch die Winterwunderwelt der Nockberge.

Zwar ist Bad Kleinkirchheim eigentlich bekannt für seine tollen Skipisten, doch die Sportschule von Wolfgang Krainer kümmert sich nicht nur um die flotten Abfahrer auf ihren schnellen Pisten, sondern Wolfgang hat auch manch attraktives Angebotspaket geschnürt, das zu winterlichem Spaß abseits der Pisten einlädt. Eines nennt sich "Gourmet im Schnee". Und da kommt die Wandergruppe auf ihren eigenwilligen Schneeschuhen ins Spiel. Sie haben sich dafür entschieden. Die Ausrüstung gab es in der Skischule und der Sessellift der Maibrunnbahn hat sie hinauf gebracht. Dorthin, wo noch richtiger Winter ist. Im Tal sah das Ganze schon eher vorfrühlingshaft aus.

Wie gesagt. Nun stapfen sie schon seit über zwei Stunden bergauf und bergab durch die sanfte Winterlandschaft. Ihr Fitnessprogramm haben sie damit bald erledigt. Es wartet Teil zwei. Wie die einst schwer arbeitenden Holzarbeiter sollen sie nun rustikal belohnt werden. Hüttenkulinarik steht im Programm. Schon von weitem hören sie die musikalische Einladung zur Klamerhütte. Senner Klaus Kohlweiß und sein Sohn Jakob haben zu "Zerrwanst und Klampfe" gegriffen und sorgen mit zünftiger Musik für die richtige Einstimmung.

Auf der Feuerstelle steht eine schmiedeiserne Pfanne. Darin brutzelt bereits das typische Frigga aus hauseigenem Käse und Speck. Das Ganze kombiniert mit Glühmost und einem kleinen Schnäpschen. Herz, was willst Du mehr?

Leckere Überraschungen und eine Rodelfahrt ins Tal

Eine Rast in der Sonne. So hatten es sich die Gäste vorgestellt. Langsam kommt wieder Leben in die müden Beine und so lässt sich keiner die kurze Führung von Klaus Kohlweiß durch seine Sennerei inklusive Käserei entgehen. Dass dabei manch Stück vom selbstgemachten Käse den Weg über den Tresen findet, versteht sich von selbst. Aber noch bleiben die Schlitten im Stall, denn eine weitere kulinarische Überraschung wartet. Schon zieht der Duft von frischem Kaffee durch die gemütlich geheizte Stube der Sennerei. Dazu kommt ein Reindling, der typische Napfkuchen Kärntens, auf den Tisch. Anstatt mit Zuckerguss ist der hier mit zerlassener Butter veredelt. Ein süßer Traum. Sicher kalorienreich. Aber dass hat man sich verdient.

Satt und zufrieden wird es nun Zeit, den Rückweg anzutreten. Die Schneeschuhe nimmt der Senner mit dem Auto zurück ins Tal. Auf die Wanderer warten Holzschlitten und eine tolle Rodelstraße. Schade, der Schnee reicht nur für den halben Weg. Auf der Rückseite der Berge sieht es im Tal eher nach Frühling aus. Der Kleinbus der Sportschule bringt die Gäste zurück nach Bad Kleinkirchheim, wo nach dem Abendessen noch ein weiterer Höhepunkt wartet.

Feuer und Schneeparty nennt sich das, was hinter dem Hotel Kärntnerhof, auch federführend von Wolfgang Krainers Sportschule, vorbereitet wird. Einmal pro Woche wird Groß und Klein zum abendlichen Winterspaß geladen. Beleuchtet von Fackeln gibt es unter dem Motto "Hinter den Kulissen" die Möglichkeit, mit dem Pistengerät oder auch auf dem Pisten-Quad eine Runde zu drehen. Bei einem offenen Feuer kann man Glühwein und Früchtepunsch genießen. Die Kleinen halten begeistert ihre Marshmallows in die knisternden Flammen. Zahlreiche kleine Wettkämpfe und Spiele sorgen für Abwechslung und reichlich Spaß. Auch wenn sich der Frost übers Tal gelegt hat, hier friert keiner.

Winterwanderweg zur Kathreinkirche

Frieren muss man auch an den nächsten Tagen nicht. Wen es auch dann nicht auf die schnellen Pisten zieht - nicht jeder mag oder kann das -, der muss am Fuße der Nockberge trotzdem nicht auf winterliche Erlebnisse verzichten. Zahlreiche mehr oder minder anspruchsvolle Winterwanderwege werden so "gepflegt", dass man auch normal beschuht auf Wanderschaft gehen kann. Besonders zu empfehlen ist dabei der Weg von Bad Kleinkirchheim hinauf in Richtung St. Oswald. Er startet in Ortszentrum und führt zuerst direkt zur kleinen katholischen Kathreinkirche. Das spätgotische Gotteshaus wurde 1492 erstmals erwähnt. Neben einigen architektonischen Besonderheiten ist es besonders die Taufkapelle im unteren Teil der Kirche, die den Abstecher lohnt. Hier entspringt eine der Heilquellen, denen Kleinkirchheim seinen Zusatz "Bad" verdankt.

Von der Kirche führt der Weg steil bergauf, ehe es auf einem nun parallel zur Straße im Wald verlaufenden Pfad weiter in Richtung St. Oswald geht. Vorbei an der Bartlsepp-Säge, dem Pestkreuz und der Oswald-Kapelle erreicht der Weg das Handwerksmuseum, das einiges über die Region und die Kärntner Nockberge zu erzählen weiß.

Talwärts führt der Weg zurück nach Bad Kleinkirchheim, wo man sich dann auf keinen Fall einen Besuch im Thermal-Römerbad entgehen lassen sollt. Es gehört zweifellos zu den schönsten Wellnesstempeln der Alpen. So lässt sich ein winterlicher Tag bestens ausklingen.

Weitere Informationen:

BRM-Bad Kleinkirchheim Region Marketing GmbH, Dorfstraße 30, A-9546 Bad Kleinkirchheim, Tel. +43 4240/8212, www.badkleinkirchheim.com

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