Österreich In weltmeisterlichen Spuren

In Seefeld in Tirol und in Hochfilzen im Pillerseetal warten viele Kilometer Loipe auf Langläufer. Foto: Stephan Elsler

In Tirol kommen Langläufer auf ihre Kosten - ein Besuch in der Olympiaregion Seefeld und im Pillerseetal.

Klar, fürs Skifahren ist Österreich berühmt. Tausende an Kilometern Abfahrt warten in unserem Nachbarland auf begeisterte Skifahrer. Doch Österreich nur aufs Skifahren zu reduzieren, wäre falsch. Das zeigt sich wunderbar im Bundesland Tirol. Hier finden Langläufer perfekte Bedingungen für ihren Sport - sowohl Hobby-Athleten als auch die echten Profis.

Die Reise nach Tirol führt zuerst in die Olympiaregion Seefeld. Der Begriff bezeichnet die Orte Seefeld, Leutasch, Mösern-Buchen, Reith und Scharnitz. Das Zentrum ist Seefeld, die Gemeinde hat knapp 3.500 Einwohner.

Seefeld und Umgebung haben zudem eine olympische Vergangenheit, daher auch der Name Olympiaregion: In den Jahren 1964, 1976 und 2012 war Seefeld Olympia-Austragungsort der nordischen Wettbewerbe.

Die Region liegt auf einer Hochebene zwischen dem Wettersteingebirge und Karwendel - eine super Vorraussetzung fürs Langlaufen. Denn: Hohe Berge hat die Olympiaregion Seefeld nicht im Übermaß, dafür eine Loipenstrecke von insgesamt 271 Kilometern in allen Schwierigkeitsgraden. Die Hochebene sorgt nicht nur dafür, dass die Gegend für Verhältnisse in den Alpen recht flach ist, sondern auch, dass Schnee reichlich vorhanden ist.

Seefeld in Tirol liegt auf knapp 1.200 Höhenmetern. Und falls es mit dem Schnee doch eng werden sollte, hat die Gemeinde vorgesorgt: "In unseren Depots können wir über den Sommer bis zu 10.000 Kubikmeter Schnee einlagern", sagt Martin Tauber. Der ehemalige Langlauf-Profi betreibt in Seefeld, direkt beim Beginn der Loipen, eine Langlauf-Schule. Der eingelagerte Schnee hilft im Winter, früh in die Saison zu starten und die Loipen zu öffnen.

Martin Tauber ist auch verantwortlich für ein großes Sportevent, das in Seefeld im nächsten Winter ansteht: die Nordische Ski-Weltmeisterschaft. In den Sportarten Langlauf, Skispringen und der Nordische Kombination finden sich von 19. Februar bis 3. März 2019 die besten Athleten in Seefeld ein. Im Moment werden dafür noch die Voraussetzungen geschaffen. Unter anderem steht ein neues Stadion gegenüber der Skisprungschanze auf dem Programm. 1985 war Seefeld bereits Austragungsort der Nordischen Ski-WM. "Um den Nachwuchs ist es im Langlaufen bei uns nicht so gut bestellt", sagt Martin Tauber. Daher sei es umso wichtiger, dass mit Veranstaltungen, wie der Nordischen Ski-WM, Werbung für den Sport gemacht wird.

Die schneereichste Region Tirols: das Pillerseetal

Die Reise führt weiter ins Pillerseetal - der schneereichsten Region im Bundesland Tirol. Im Durchschnitt der vergangenen 30 Jahre sind jährlich 135 Tage schneebedeckt, insgesamt fällt in einem Winter über ein halber Meter Schnee. Die Gemeinden des Pillerseetals sind Fieberbrunn, Hochfilzen, St. Ulrich am Pillersee, St. Jakob in Haus und Waidring. Über 100 Kilometer an Loipen warten in dieser Region auf Wintersportler - natürlich in verschiedenen Schwierigkeitsgraden.

Spitzensport in der Heimat wichtig für den Nachwuchs

Neben Hobby-Langläufern machen auch die Profis im Pillerseetal halt: Seit 1996 findet jedes Jahr ein Biathlon-Weltcup in Hochfilzen statt. Zudem war der Ort dreimal Austragungsort der Biathlon-WM: 1978, 2005 und Anfang dieses Jahres 2017.

Dass die Biathlon-Profis in die Heimat kommen, findet Dominik Landertinger enorm wichtig. Er ist selbst aktiver Biathlon-Profi und kommt aus Hochfilzen. "Gerade für den Nachwuchs ist es entscheidend, dass wichtige Wettbewerbe hier stattfinden", sagt er.

Für ihn ist es immer etwas Außergewöhnliches vor der heimischen Kulisse in Hochfilzen anzutreten: "Auf dieses Highlight freue ich mich natürlich besonders. Aber der Druck im Wettkampf ist auch umso größer."

 
 

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