Österreich 007 Elements: James Bond kehrt nach Sölden zurück

Wie in einem James-Bond-Film: der Briefing Room von 007 Elements. Foto: Kristopher Grunert/Bergbahnen Sölden
Wie in einem James-Bond-Film: der "Briefing Room" von 007 Elements. Foto: Kristopher Grunert/Bergbahnen Sölden

Die enge Straße windet sich den Berg hinauf. Neben ihr ragen die mächtigen Berge des Ötztals empor. Langsam weichen die Fichten aus der schneebedeckten Landschaft, Stille umhüllt die Bergwelt. Der Weg führt hinauf auf 2.175 Meter Höhe, zum Heliport Hochgurgl, auf dem schon ein roter Helikopter AS 350 auf uns wartet. Der Pilot begrüßt die Passagiere mit festem Händedruck. Es wird kein beschaulich-gemächlicher Flug werden, wir tauchen ein in die Welt des legendären Filmagenten James Bond und seine Abenteuer in Spectre . Ob auch heute ein Bösewicht aus dem Hubschrauber stürzt?

Die Rotorblätter setzen sich in Bewegung, die Hubschrauberkufen lösen sich vom Boden. Langsam gewinnt die Maschine an Höhe und folgt dem Ötztal Richtung Norden. Wie Streichhölzer schmiegen sich die Bäume von hier oben aneinander. Dann gibt der Ausläufer des Gaislachkogl den Blick frei: Entlang der Ötztaler Ache liegt Sölden. Das belebte Bergdorf ist ein touristischer Anziehungspunkt.

Hier übernachtete der James-Bond-Darsteller Daniel Craig, als er Anfang 2015 Szenen zu Spectre drehte. Bei den Dreharbeiten beherbergte die Gegend ein Filmteam von rund 600 Menschen. Der Hubschrauber dreht Richtung Nordosten. Unten schlängelt sich die Rettenbachstraße wie eine graue Schlange den Hang empor. Von oben wirkt die Straße nicht besonders spektakulär, im Film dagegen wird sie atemberaubend in Szene gesetzt:

Drei schwarze Range Rover jagen die Straße entlang und verschwinden im Wald. Filmbösewicht Hinx (Dave Bautista) hat die Psychologin Madeleine Swann (Lea Seydoux) entführt, auf sie ist eine Pistole gerichtet. Doch plötzlich nähert sich ihnen ein Propellerflugzeug: 007 steuert die Britten-Norman-Islander und winkt, nur wenige Armlängen von den Geländewägen entfernt, seinem Gegenspieler Hinx zu. Bang! Bang! Bang! Hinx durchlöchert mit seiner doppelläufiger Pistole Bonds Maschine. Dieser dreht schnell ab.

Die Passagiere im Hubschrauber von Heli Austria kommen unbeschadet davon. Vor ihnen zeichnet sich die Ausfahrt vom Rosi-Mittermaier-Tunnel ab, den die Range Rover im Film durchqueren: Er ist der höchstgelegene Tunnel Europas. Der Hubschrauber schwenkt nach Süden Richtung Gaislachkogl und überfliegt Skipisten mit Sesselliften. Vorne taucht die Mittelstation der Gaislachkoglbahn auf. Als schwarzer rechteckiger Bau, teils von einer Folienkonstruktion umwölbt, liegt sie in einer Höhe von 2 174 Metern.

Q (Ben Winshaw), der Leiter der Entwicklungsabteilung des britischen Geheimdienstes, sitzt in der Mittelstation in einer schwarzen Gondel. Angespannt. Zwei Verfolger sind in der Gondel. Es gibt kein Entkommen. Plötzlich eine Explosion. Die Männer sind abgelenkt, Q flieht durch die Menge der wartenden Ski-Fahrer.

Der Hubschrauber steigt der Gipfelstation entgegen. Im Film blickt 007 aus dem Fenster eines Passagierflugzeugs auf die "Hoffler Klinik", in der realen Welt handelt es sich um das Gourmetrestaurant ice Q. Wie eine Konstruktion aus riesigen Glaswürfeln sieht das kubische Gebäude aus, in dem sich Wolken und blauer Himmel spiegeln.

Ein Krake streckt dem Gast im "Barrel of the Gun" seine Tentakeln entgegen

Hinter dem Restaurant und dem mächtigen Stahlskelett der Seilbahnstation schmiegt sich seit Kurzem ein ganz besonderer Gebäudekomplex an den Gipfel: das 007 Elements. Die interaktive Installation bietet ihren Besuchern ein audiovisuelles Abenteuer, entführt sie in die Welt von James Bond. Die neun Räume wurden auf zwei Ebenen in den Berg hineingebaut.

Federführend war der Architekt Johann Obermoser, der auch das ice Q und die neuen Gaislachkoglbahn-Stationen entworfen hatte. Zusammen mit James-Bond Art Designer Neal Callow und dem Chefdesigner Tino Schaedler von der internationalen Kreativagentur Optimist Inc. schuf er ein einzigartiges Raumerlebnis.

In der ersten tunnelartigen Kammer, dem "Barrel of the Gun" (Gewehrlauf), wird der Besucher von einem Oktopus förmlich in die Welt von Spectre hineingezogen. Von einer Leinwand - umgeben von gewachsten Wänden - streckt der Krake dem Besucher seine Tentakeln entgegen. Der Raum vibriert durch den Sound des Intros - man ist mitten drin. "Wir wollten bei diesem Projekt viel mit hellen und dunklen Räumen spielen", sagt Neal Callow. Und Tino Schaedler ergänzt: "Auch sollte die Installation kein klassisches Museum werden, sondern eine filmische Erfahrung."

Aus der Dunkelheit ins Licht geführt, eröffnet sich dem Betrachter auf der "Plaza"-Plattform eine weite Bergkulisse - die stürmische Welt von Spectre . Weiter geht es in die "Lobby", in der Filmregisseur Sam Mendes auf einer Leinwand seine persönliche Verbindung zum Drehort beschreibt. Der Raum ist mit seinen Betonelementen, Lichteffekten und der Leinwand wie ein Drehort eines James-Bond-Films gestaltet. Dieser Idee folgen auch die weiteren Kammern - dennoch weiß man nie, was einen erwartet. Dieses Konzept sorgt für enorme Spannung.

"Als wir an das Projekt herangegangen sind, haben wir uns überlegt, was für einen Bond-Film charakteristisch ist", sagt Schaedler. "Das sind Dinge wie Trailer, Titelsequenzen, einzigartige Drehorte und hervorstechende Charaktere."

Im "Lair" (Schlupfloch) wartet ein Bekannter: "Welcome, Mr Bond, what took you so long?", begrüßt hier "Blofeld" alias Christoph Waltz die Installations-Besucher. Spiegel und Leinwände schaffen unendliche Projektionen und der Besucher badet förmlich im Sound. "Jeder Raum bietet eine eigene Klanglandschaft", bestätigt Neal Callow.

Der "Briefing Room" ist als Raum-in-Raum-Installation angelegt. Einerseits wird in einem runden Innenraum der Drehort Sölden als 3D-Modell vorgestellt, andererseits eröffnet sich dem Betrachter im umgebenden Raum ein Blick durch eine große Glasfront. Der reale Drehort der Gletscherstraße erscheint so zum Greifen nah.

Im Tech Lab des 007 Element wird man selbst zum Agenten

Im "Tech Lab" warten allerhand technische Spielereien zum Ausprobieren, wie der smarte Agenten-Scanner, der eine Agentennummer zuteilt und die Vitalwerte misst - das macht Spaß! Dann durch eine dunkle Tür in die "Action Hall" und man ist mitten am Film-Set. Der Bug des James Bond-Flugzeugs scheint auf einen zuzustürzen.

Der "Screening Room" - angelegt als Kinoraum - präsentiert Filmausschnitte. In der "Legacy Hall" kann auf interaktiven Bildschirmen Archivmaterial zu allen Bond Filmen erkundet werden. Aus diesem Raum kommt man schließlich wieder ins Freie. Hier legt dann die reale Welt aus Schluchten, Gipfeln, Licht und Schatten ihre luftigen Arme um den Besucher.

Weitere Informationen:

www.007elements.soelden.com , www.soelden.com .
 

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