Sechster Todesfall gemeldet Coronavirus: Noch keine bundesweiten Schulschließungen

Eine Infektiologin des Dresdner Uniklinikums am Eingang der Corona-Ambulanz. Foto: Robert Michael/dpa-Zentralbild/dpa/dpa

Landesweite Schulschließungen in Deutschland oder nicht? Noch gibt es keine bundesweite Entscheidung dazu. Die Börsen bekommen die Corona-Folgen immer stärker zu spüren.

Berlin - In Deutschland sind im Kampf gegen das Coronavirus weiterhin keine großflächigen Schulschließungen geplant. Nach einem Treffen der Ministerpräsidenten der Bundesländer am Donnerstag in Berlin verwies Bayerns Ministerpräsident Markus Söder auf die Zuständigkeit der Bundesländer.

Die Kultusministerkonferenz (KMK) schließt jedoch eine derartige Maßnahme nicht aus. Das sagte die Vorsitzende, die rheinland-pfälzische Bildungsministerin Stefanie Hubig (SPD), nach Beratungen mit ihren Kollegen und Kolleginnen aus den anderen Bundesländern in Berlin.

Nachbar Frankreich hat hingegen bereits derart drastische Maßnahmen angekündigt. "Ab Montag und bis auf Weiteres werden alle Kindergärten, Schulen, Hochschulen und Universitäten geschlossen", kündigte Frankreichs Präsident Emmanuel Macron am Donnerstagabend in einer Fernseh-Ansprache an.

Für Deutschland sprach sich Bundesbildungsministerin Anja Karliczek (CDU) zum jetzigen Zeitpunkt gegen eine flächendeckende Schließung. Man versuche, einen Normalbetrieb so lange wie möglich aufrecht zu erhalten. Karliczek verwies wie zuvor schon Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) darauf, dass Eltern auch Betreuung für ihre Kinder bräuchten. Viele arbeiteten in der Pflege, bei der Feuerwehr oder im Gesundheitssystem. Zuvor hatte Halle in Sachsen-Anhalt als erste deutsche Großstadt angekündigt, alle Kindertagesstätten und Schulen vorerst zu schließen. Die EU-Staaten haben je nach Ausbreitung des Virus unterschiedliche Maßnahmen ergriffen.

Tschechien hat derweil seine Grenzen weitgehend für Ausländer aus mehreren europäischen Ländern geschlossen. Betroffen sind unter anderem Bürger aus Deutschland, Italien, Frankreich und Österreich, die keinen festen Wohnsitz in dem EU-Mitgliedstaat haben. Das erklärte Ministerpräsident Andrej Babis nach einer Krisensitzung am Donnerstag. Der internationale Bahn- und Fernbusverkehr in die genannten Länder wird eingestellt.

Nach Daten der Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat sich das Virus inzwischen in 115 Länder ausgebreitet und zu fast 4300 Todesfällen geführt. In vielen Ländern reagierten die jeweiligen Regierungen mittlerweile mit teilweise drastischen Maßnahmen. In Italien müssen Restaurants und fast alle Geschäfte vorübergehend dicht machen.

In Deutschland sind neben den nun sechs Todesfällen bislang mehr als 2400 Infektionen mit dem neuen Coronavirus bekannt. Das geht aus einer Auswertung der Deutschen Presse-Agentur hervor, die die gemeldeten Zahlen der Bundesländer berücksichtigt.

Die CDU verschiebt wegen der Corona-Krise ihren für den 25. April geplanten Sonderparteitag zur Wahl eines Nachfolgers der scheidenden Parteichefin Annegret Kramp-Karrenbauer. Ein neuer Termin steht noch nicht fest, wie es am Donnerstag in der Partei hieß.

Am deutschen Aktienmarkt setzte sich der Ausverkauf am Donnerstag fort. Der Dax büßte gleich zum Handelsstart mehr als 500 Punkte ein und sackte unter 10.000 Punkte. Die Europäische Zentralbank (EZB) steckt bis zum Jahresende 120 Milliarden Euro zusätzlich in Anleihenkäufe. Zudem sollen besonders günstige Kredite Banken dazu bewegen, mehr Kredite zu vergeben und so besonders betroffene Branchen und Unternehmen unterstützen. Das soll vor allem kleinen und mittelgroßen Firmen helfen.

 

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