NRW/Schleswig Holstein Betreiber von Schlachthöfen nach Corona-Fällen in der Kritik

Die Fleischbranche steht seit Jahren in der Kritik - auch wegen der Bedingungen, wie dort gearbeitet und wie die Leute untergebracht werden. Jetzt zeigt sich: Für die Ausbreitung des Coronavirus sind die Bedingungen ideal.

Nach zahlreichen Corona-Fällen in Schlachthöfen wächst die Sorge vor weiteren Infektionen. Nordrhein-Westfalen will bis zu 20.000 Beschäftigte in den Betrieben auf das Virus testen lassen. Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) hatte die Länder schon vor dem Fall im Kreis Coesfeld in Westfalen aufgefordert, den Arbeitsschutz streng zu kontrollieren. In dem Betrieb hatten sich mehr als 180 Mitarbeiter mit dem Virus infiziert. Er wurde geschlossen. In dem Landkreis bleibt es zudem bei den coronabedingten Beschränkungen.

"Wenn man öffnet, muss man da, wo Gefahr ist, konsequent handeln", sagte dazu Nordrhein-Westfalens Regierungschef Armin Laschet (CDU) am Samstag. In einigen Bundesländer wurden die Beschränkungen zur Abwehr des Virus weiter gelockert. Andernorts soll das Leben am Montag wieder etwas mehr zurück in die Normalität gehen..

Fleischbetriebe und Saisonkräfte

Heil schrieb an seine Kollegen in den Bundesländern, es gebe zunehmend Berichte über "unhaltbare Zustände beim betrieblichen Infektionsschutz" - besonders bei Saisonkräften in der Landwirtschaft, aber auch in der fleischverarbeitenden Industrie. Dort sind viele Osteuropäer zu Bedingungen beschäftigt, die immer wieder kritisiert werden.

Heil zufolge forderten Botschaften von Herkunftsländern die Bundesregierung auf, die Missstände zu beseitigen. Sie behielten sich auch Maßnahmen wie Ausreisestopps vor. Über das Schreiben von Ende April hatten die Sender NDR und WDR zuerst berichtet. Es liegt auch der Deutschen Presse-Agentur vor.

Kritik kam von Gewerkschaftsseite. "In Schlachthöfen muss deutlich mehr unternommen werden, um die Risiken für Sicherheit und Gesundheit der Beschäftigten zu reduzieren", sagte DGB-Vorstandsmitglied Anja Piel am Samstag. Die Branche falle seit Jahren immer wieder mit miserablen Arbeitsbedingungen auf.

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