Jeden Nachmittag sitzt Hilde Maier in ihrer Küche oder auf der Terrasse und lässt die Stricknadeln klappern. Die 91-Jährige stellt Socken, Wollschuhe, Tischdeckchen und umstrickte Dekorationsartikel her. "I will ned immer aufm Ratschmarkt sein", erzählt sie. Deshalb strickt sie so gerne: Dabei könne man sich um seine eigenen Angelegenheiten kümmern.

Bei einem Besuch erzählt sie, warum sie erst widerwillig zum Stricken gekommen ist ("wollt lieber Eisstockschießen") und wie sie ihren Mann kennengelernt hat: "I hätt' so an Gloana heiraten sollen, nur weil er Geld g'habt hat. Dem hab' i dann gesagt, ‚Sepp, so guad wia'st as meinst, des kann i ned.'" Zu ihrer Mutter sagte sie: "I hab' immer g'sagt: ‚Kühe kannst verkaufen, aber mich ned!'"