Niederwinkling Ein Dorf mit Zukunft

Für den Wettbewerb "Unser Dorf hat Zukunft" haben Günter Kellermeier (hinten), Christian Kerschl (r.) und seine Tochter Maria Kerschl ein Lied für Niederwinkling geschrieben und komponiert. Foto: Susanne Pritscher

Vor wenigen Wochen hat die Gemeinde Niederwinkling Gold beim Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ erhalten. Mit dazu beigetragen hat auch ein Lied, das die Winklinger für den Wettbewerb selbst geschrieben haben. Wir haben mit den Liedermachern über ihr Dorf, Heimatgefühl und versteckte Talente gesprochen.

Gelegen zwischen Donau und Bayerischem Wald, nahe an der Autobahn A3 und  umgeben von Wiesen und Feldern, aber auch von einem eigenen Gewerbegebiet am Dorfrand, liegt das 2.700 Seelen Dorf Niederwinkling. Im Zentrum vereinte vor vielen Jahren der Bau einer Kirche zwei einst zerstrittene Orte: Ober- und Niederwinkling. Heute ist von der früheren Feindschaft nichts mehr zu spüren. Man ist zusammengewachsen. „Unsere Gegend bietet eine gute Mischung, aber als Dorf sind wir anders“, sagt Günter Kellermeier, 2. Bürgermeister von Niederwinkling.

Genau diese „Andersartigkeit“ habe dem Dorf den Sieg im Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ eingebracht – da sind sich die Winklinger sicher. Hier in Niederwinkling halte jeder zusammen, sei spontan und offen für Neues. „Die Winklinger san koane 'Hinsetzer' sondern 'Umsetzer'“, betont Kellermeier. Flache Hierarchien, wenige bürokratische Hürden und die Bereitschaft, etwas voranzutreiben, das zeichne seiner Meinung nach die Menschen in dem kleinen Ort im Landkreis Straubing-Bogen aus. "Wir haben Gold gewonnen, weil die Leute überzeugt haben. Musiker, Sänger, Theaterleute - es ist alles da, wir wussten es nur vorher nicht."  

Geheimprojekt: Lied für Niederwinkling

Und um „d'Leid“ dreht sich in Niederwinkling alles. „Bei uns gibt’s des Sprichwort: In Winkling brauchst nur a Bierbank aufstellen und die Leut setzen sich dazu“, erklärt Maria Kerschl. Sie hat zusammen mit Kellermeier und ihrem Vater für den Wettbewerb ein Lied über ihren Heimatort geschrieben. Die Idee entstand spontan bei den Vorbereitungen auf „Unser Dorf hat Zukunft“. „Macht's doch a Liad über Winkling“, schlug Sabine Kerschl der Projektgruppe im Frühjahr vor. Und dieser Vorschlag, so Kellermeier, habe ihn dann nicht mehr losgelassen. „Ich hab mich noch am selben Abend hingesetzt und einen Liedtext geschrieben. Das ging schnell“, erinnert sich Kellermeier. Dabei sei es ihm vor allem darum gegangen, die Leute aus Niederwinkling zu zeigen.

Acht Tage später hatten die Kerschls eine Überraschung für Kellermeier: Sie luden ihn zu sich nach Hause ein. Im heimischen Keller spielten ihm Maria Kerschl und ihr Vater dann sein Lied vor – die Musik hatten sie in wenigen Tagen dazu komponiert. „Ich hatte sofort Gänsehaut und dachte mir 'des is!'“, sagt Kellermeier. Und so wurde das Lied zum Geheimprojekt für den großen Wettbewerb am 12 Juni. Erst am Tag des Jurorenbesuchs sollte das Lied im Begegnungszentrum Premiere feiern, um die Überraschung perfekt zu machen. „Es haben auch alle dicht gehalten bis zum großen Tag“, sagt Maria Kerschl.

Für die junge Sängerin war das Lied nicht die erste Eigenkomposition. Bereits vor drei Jahren hat sie bereits schon einmal ein Lied selbstgeschrieben - sogar mit eigenem Musikvideo. Die Melodie zu Kellermeiers Text sei ihr und ihrem Vater schnell gekommen. "Man liest seinen Text ein paar Mal durch und dann kommt die Melodie einfach", sagt sie und ihr Vater ergänzt: "Bei dem Text kommt einfach die Emotionalität durch."

"Bekenntnis zur Heimat"

Unterstützung fanden die Liedermacher auch beim Kini-Theaterleiter Christian Heigl und Sören Rybak. Für den Wettbewerbstag drehten die beiden ein Video passend zum „Lied für Niederwinkling. „Wir wollten keinen Werbefilm drehen. Das Video soll zeigen, warum wir in Winkling sind. Es ist ein Bekenntnis zur Heimat“, erklärt Heigl. Mit Bildern und Szenen, die das Leben und die Leute aus Niederwinkling zeigen, untermalten die beiden Filmemacher den Live-Auftritt von Maria Kerschl und ihrem Vater am Wettbewerbstag. „Als der erste Takt losging, hab ich gar nichts mehr gedacht, da wusste ich: es läuft. Wir haben versucht mit viel Gefühl, die Stärke des Dorfes rüberzubringen“, erinnert sich Maria Kerschl.

Mit dem Erfolg bei dem Wettbewerb hat sich Niederwinkling für den Bundesentscheid im nächsten Jahr qualifiziert. Für sie sei das eine Chance, Deutschland zu zeigen, dass bayerische Dörfer nicht immer alt und verstaubt sein müssen. „Altes und Neues wird bei uns nicht als gegensätzlich empfunden. Das gehört zusammen, da steckt Power dahinter“, sagt Kellermeier. Das zeige auch ihr Lied über Niederwinkling. Nach Wunsch der Gemeinde und der Liedermacher soll der Song, der auf Youtube bereits mehr als 4.500 Aufrufe hat, auch bald veröffentlicht werden. „Es ist schließlich das Winklinger Lied.“

 
 

0 Kommentare

Kommentieren

null

loading

Videos