Aus in Monte Carlo Zverev kommt in neuer Tennis-Saison nicht in Gang

Zverev unterlag Fognini überraschend klar. Foto: Andy Brownbill/AP/dpa

Schon wieder eine frühe Niederlage für Alexander Zverev, diesmal beim traditionsreichen Tennis-Turnier in Monte Carlo. Die deutsche Hoffnung kommt in diesem Jahr nicht so recht in Schwung. Dafür gibt es Gründe.

Monte Carlo - An seinem 22. Geburtstag hätte Alexander Zverev an diesem Samstag sicher lieber das Halbfinale von Monte Carlo bestritten, statt nur noch Zuschauer zu sein.

Die erste Delle in der Tennis-Karriere des deutschen Jungstars ist mit dem Achtelfinal-Aus beim Masters-Turnier in seiner Wahlheimat noch ein bisschen tiefer geworden. Der Hamburger habe beim 6:7 (6:8), 1:6 gegen den Italiener Fabio Fognini nicht wie eine Nummer drei der Welt gewirkt, stellte die französische Sportzeitung "L'Equipe" nach dem phasenweise enttäuschenden Auftritt fest.

Im zweiten Satz haderte Zverev wieder einmal mit sich. Insgesamt 25 leichte Fehler unterliefen ihm bei teils heftigen Winden auf dem Court Central Rainier III im Fürstentum. Fognini hat in seiner Karriere zwar schon etliche Topspieler entnervt, und vor allem auf Sand ist der temperamentvolle Weltranglisten-18. ein gefährlicher Gegner. Doch bei der ersten Niederlage gegen Fognini nach zuvor zwei Siegen warf Zverev aus Frust über die eigene Leistung seinen Schläger einmal wütend auf den Boden. Diese Szene weckte Erinnerungen an das Achtelfinal-Aus bei den Australian Open, als Zverev während eines Seitenwechsels sein Arbeitsgerät komplett zerlegt hatte.

Immerhin, beim Turnier in Acapulco erreichte er Anfang März das Finale. Danach wurde Zverev krank, scheiterte früh bei den Masters-Turnieren in Indian Wells und Miami sowie beim extra eingeschobenen Sandplatz-Auftakt in Marrakesch und nun in Monte Carlo. Bei dem prestigeträchtigen Sandplatzturnier, traditionell der Auftakt für die großen europäischen Events auf roter Asche, hatte Zverev im vorigen Jahr das Halbfinale erreicht. Es folgten die Turniersiege in München und Madrid sowie der Finaleinzug in Rom.

Der Start in Monte Carlo gegen den aufstrebenden Kanadier Felix Auger-Aliassime war auch vielversprechend verlaufen. "Ich denke, ich habe heute gezeigt, dass ich mich selbst nicht verloren habe. Ich war nicht gesund in diesem Jahr", sagte Zverev danach im TV-Sender Sky: "Der erste Satz war eigentlich perfekt." Gegen den ausgebufften Fognini folgte aber nur einen Tag später der nächste Rückschlag. "Er ist die Nummer drei der Welt, auch wenn er nicht sein bestes Tennis spielt", sagte der 31-Jährige aus Sanremo danach.

In den kommenden Wochen hat Zverev eine Menge Punkte zu verteidigen. In München tritt der Norddeutsche ebenso wie in Madrid als Titelverteidiger an. In Rom hatte er 2018 anschließend noch das Endspiel erreicht und bei den French Open in Paris sein bislang einziges Grand-Slam-Viertelfinale. Ein Hoch wie im Vorjahr könnte Zverev gut gebrauchen, ebenso wie mehr Matchpraxis. Daran mangele es ihm, ließ er zuletzt immer wieder wissen. Zu allen sportlichen und gesundheitlichen Sorgen kamen auch die Schlagzeilen über die Trennung von Manager Patricio Apey - der Start ins 23. Lebensjahr könnte für Zverev erfreulicher sein.

 

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