Niederbayern Rund-um-die-Uhr-Wachdienst an 36 Asylunterkünften

Unter anderem dafür, dass es auf den Zimmern der Asylunterkünfte nicht zu laut wird, sind die Mitarbeiter der Sicherheitsdienste zuständig. (Symbolbild) Foto: Armin Weigel/dpa

Manche Unterkünfte für Asylbewerber haben in der Vergangenheit den Anwohnern buchstäblich schlaflose Nächte bereitet. Immer wieder wurden Fälle von Ruhestörung gemeldet. Ein Rund-um-die-Uhr-Wachdienst soll das an 36 großen Gemeinschaftsunterkünften in der Region ändern.

Die großen Gemeinschaftsunterkünfte für Asylbewerber in der Region haben - größtenteils schon bevor sie in Betrieb gingen - Sorgen und Ängste bei zahlreichen Anwohnern in deren Nachbarschaft ausgelöst. Dass das Leben um die Einrichtungen herum unsicherer würde, geben die Zahlen der Polizei nicht her. Einziges Problem, das lange Zeit schwer in den Griff zu kriegen war: Die Ruhestörungen in der Nacht.

Den Effekt kennt jeder, der schon mal in einer größeren Gruppe unterwegs war: Wo 100 und mehr Leute gemeinsam untergebracht sind, ist nie wirklich Ruhe. Fenster gehen auf und zu, auf den Mehrbettzimmern werden Gespräche geführt, Bewohner gehen nach draußen, um zu rauchen, zu telefonieren oder frische Luft zu schnappen.

Wachdienste zuständig für zwei bis drei Unterkünfte

Bei Mallersdorf-Pfaffenbergs Bürgermeister Karl Wellenhofer stapelten sich zeitweise die Beschwerden der Bürger, die in der unmittelbaren Umgebung der Unterkunft im Ortsteil Pfaffenberg wohnen. Mit 120 Unterbringungsplätzen maximal ist sie eine der größeren Einrichtungen in der Region. Daher war sie bereits in den Modellversuch für den mobilen Sicherheitsdienst einbezogen. Der soll jetzt an über der Hälfte der 50 Gemeinschaftsunterkünften eingeführt werden: "Aufgrund der positiven Erfahrungen wurde der mobile Sicherheitsdienst zum 1. September dieses Jahres auf insgesamt 36 Gemeinschaftsunterkünfte ausgeweitet", erklärte die Regierung von Niederbayern auf Anfrage von idowa, "neben der örtlichen Erweiterung des mobilen Sicherheitsdienstes wurden gleichzeitig auch die Bewachungszeiten verlängert. Daneben gibt es an sechs weiteren Standorten einen fest installierten Sicherheitsdienst."

Von 17 Uhr bis fünf Uhr morgens am nächsten Tag - also immer dann, wenn Heimleitung und Unterkunftspersonal nicht vor Ort sind - sollen die Wachdienste jetzt die Unterkünfte im Auge behalten. An Feiertagen sind sie rund um die Uhr dafür zuständig, dass es nicht zu laut wird in der Nachbarschaft. "Durch das Konzept des mobilen Sicherheitsdienstes sollen mehrere Gemeinschaftsunterkünfte bestreift werden. Hierfür wurden mehrere Routen gebildet, die hierin enthaltenen Unterkünfte werden in regelmäßigen Abständen vom Sicherheitsdienst angefahren. Eine Route beinhaltet im Schnitt zwei bis drei Unterkünfte", sagte uns eine Sprecherin der Regierung.

 
 

2 Kommentare

Kommentieren

null

loading

Videos