Niederbayern/Oberpfalz Der große idowa-Jahresrückblick: Mai bis August

1. Mai: Auch Maibaum-Stehlen will gelernt sein...
Das Maibaum-Klauen hat in Bayern ja eine lange Tradition und sorgt als solche auch nur selten für Streit - solange denn alles richtig abläuft. Im Landkreis Cham war in diesem Jahr aber gleich mehrmals der Wurm drin: So sorgte zunächst der Diebstahl des Arracher Baums für Ärger. Denn dieser wurde zu früh geklaut und nicht erst einen Tag vor dem Aufstellen. Daraufhin sagte der örtliche Trachtenverein das Aufstellen ab. Auch die Rimbacher hatten heuer Zwist mit Maibaumdieben: Ihr Wächter erwischte die Diebe auf frischer Tat, diese nahmen den Baum aber trotzdem mit - und das ist bekanntlich gegen die Tradition. Die Diebe sahen das jedoch etwas anders und erhoben im Gegenzug Vorwürfe gegen die Rimbacher. Sie hätten den Baum deswegen "grod extra" mitgenommen. Ebenfalls kein Glück beim Maibaumstehlen hatten auch die Willmeringer Burschen: Zuerst klauten sie versehentlich keinen Mai-, sondern einen Kirtabaum und fingen sich dafür ein Schmähgedicht ein. Daraufhin versuchten sie erneut ihr Glück, erwischten aber einen alten Baum. Erst beim dritten Anlauf konnten sie dann einen richtigen Maibaum erbeuten. 

13. Mai: Der Anfang vom Ende für das "Plutonium"
Die Diskothek "Plutonium" ist auch über die Grenzen von Straßkirchen hinaus bekannt. Oder genauer: war. Denn seit Mai ist das "Plutonium" Geschichte. Und das kam so: In der Nacht vom 13. auf den 14. Mai führte die Polizei in der Disco eine großangelegte Drogenrazzia durch - und wurde dabei auch mehr als fündig. 14 Personen, darunter auch der Geschäftsführer, wurden vorläufig festgenommen. Das Landratsamt Straubing-Bogen zog daraus Konsequenzen: Der Betreiber erhielt einen Widerruf der Gaststättenerlaubnis und eine sofortige Schließungsanordnung. Seitdem steht das "Plutonium" leer. Was nun aus dem Gebäude wird, steht noch in der Schwebe. Der Eigentümer der Immobilie hat zwar bereits Gespräche mit der Gemeinde Straßkirchen geführt, zu einer Einigung kam es bisher aber nicht. Nur bei einem ist er sich sicher: Als Disco verpachten will er das Gebäude nicht mehr. 

1. Juni: Das Semmlerhaus in Viechtach wird abgerissen
"Nein! Doch! Oh!": Dieser berühmte Spruch aus dem Louis de Funès Film "Hasch mich, ich bin der Mörder" würde auch perfekt auf die Geschichte des Semmlerhauses in Viechtach passen. Das historische Gebäude, das allerdings nicht unter Denkmalschutz steht, stand mehrmals kurz vor dem Abriss, erhielt aber stets doch noch eine Gnadenfrist. Am 1. Juni war allerdings endgültig Schluss: Der Besitzer startete mit dem Abriss. Zuerst musste das Dach weichen, einige Tage später war auch der Rest des Gebäudes dran. Wie sehr einige Viechtacher am Semmlerhaus hingen, zeigt sich auch daran, dass sie als Erinnerung Teile des abgerissenen Gebäudes mit nach Hause nahmen. So schmückt das alte Tor nun beispielsweise einen Schuppen in Teisnach.

3. Juni: Bluttat in Arnschwang
Eine schreckliche Bluttat schockiert Anfang Juni die Gemeinde Arnschwang im Landkreis Cham: In einer Asylbewerberunterkunft gerät ein 41-jähriger Afghane mit einer 47-jährigen Russin in Streit und bewaffnet sich mit einem Messer. Damit tötet er ein fünfjähriges Kind (den Sohn der Frau) und verletzt die 47-Jährige schwer. Um den Täter zu stoppen, müssen die alarmierten Polizisten von ihrer Schusswaffe Gebrauch machen. Der Angreifer wird dabei tödlich getroffen. Wie sich später herausstellt, war der 41-Jährige als Straftäter bereits verurteilt und trug auch eine elektronische Fußfessel. Er hätte eigentlich nach Afghanistan abgeschoben werden sollen, hatte sich jedoch rechtlich dagegen gewehrt. 

29. Juni: Die Landshuter Hochzeit beginnt
Alle vier Jahre findet in Landshut ein ganz besonderes Schauspiel statt: Die Landshuter Hochzeit. Heuer war es wieder so weit. Vier Wochen lang verzaubert das historische Schauspiel die Stadt, 600.000 Menschen verfolgten heuer das Spektakel. Entweder direkt vor Ort, oder über unseren LaHo-Liveblog, den wir heuer zum ersten Mal angeboten haben. Aber "Halloooo"!

9. Juli: Ein Riesen-Burger für Pilsting
Manchmal kommt es eben doch auf die Größe an - zum Beispiel, wenn es um Weltrekorde geht. Im Sommer holten die Pilstinger einen neuen Weltrekord nach Niederbayern: In der kleinen Marktgemeinde wurde am 9. Juli der größte Burger der Welt hergestellt - und danach komplett verspeist. 1.162 Kilo brachte der Monster-Burger am Ende auf die Waage - und damit über 200 Kilo mehr als der bisherige Weltrekord (914 Kilo). Außerdem kamen durch den Verkauf des Burgers noch über 10.000 Euro zusammen, die Kindergärten in der Region zu Gute kommen. Also eine rundum tolle Sache. 

9. Juli: Brand verzögert Museums-Eröffnung in Regensburg
Eigentlich sollte der Neubau des Museums der Bayerischen Geschichte in Regensburg im Mai 2018 eröffnet werden. Doch im Juli machte ein Brand in einem Nebengebäude den Verantwortlichen einen Strich durch die Rechnung. In der Bavariathek war über Nacht ein Feuer ausgebrochen. Verletzt wurde dabei zum Glück niemand, der entstandene Sachschaden geht jedoch in die Hunderttausende. Die Verantwortlichen haben bereits angekündigt, dass der angepeilte Eröffnungstermin nicht zu halten sein wird.

18. Juli: Abschlussbericht im Domspatzen-Skandal vorgestellt
Ein wichtiges Datum: Am 18. Juli wird in Regensburg der Abschlussbericht zum Missbrauchsskandal bei den Domspatzen vorgestellt. Die Quintessenz: Der Missbrauchsskandal hat noch größere Ausmaße als bisher bekannt. Mindestens 547 Sänger des berühmten Chors wurden Opfer körperlicher oder sexueller Gewalt. Auch Georg Ratzinger, Bruder des emeritierten Papstes Benedikt XVI. und damaliger Domkapellmeister, wird eine Mitschuld gegeben. Der Regensburger Generalvikar Michael Fuchs bat bei der Vorstellung des Berichts die Opfer um Entschuldigung. 

7. August: Liebesbotschaft in Feld 
Ein ganz besonderes Geschenk verzückt Anfang August viele Bogener und das Internet gleichermaßen: Ein 53-jähriger Landwirt aus Sand grubbert die Worte "Ich liebe dich" und ein Herz in sein Feld. Vom Bogenberg aus ist der Liebesbeweis für seine Freundin gut zu erkennen. So dauert es nicht lange, bis sich das Foto auch im Netz verbreitet und dort ebenfalls viel Lob erntet.

12. August: Das Gäubodenvolksfest wird eröffnet
Jedes Jahr im August öffnen sich in Straubing die Türen zum "Trumm vom Paradies": Dem Gäubodenvolksfest. Ebenfalls gute Tradition ist es, dass das Gäubodenvolksfest von einem namhaften Politiker eröffnet wird und dieser ein Gastgeschenk mitbringt. Heuer fiel diese Ehre (und Pflicht) dem bayerischen Kultusminister Dr. Ludwig Spaenle zu. Am 12. August erklärte der CSU-Politiker das Gäubodenvolksfest offiziell für eröffnet - und läutete damit elf Tage friedlichen Feierns ein. 

30. August: Mord im Rotlicht-Milieu schockiert Regensburg
Ein brutaler Mord sorgt Ende August in Regensburg für Entsetzen: Eine 33-jährige Frau wird tot in einer Wohnung gefunden, in der sie als Prostituierte gearbeitet haben soll. Schnell steht fest, dass sie gewaltsam ums Leben kam. Die Polizei ermittelt mit Hochdruck und kann knapp eine Woche später einen Verdächtigen festnehmen. Es handelt sich um einen 21-jährigen Asylbewerber aus Mali. Er soll die Frau bestohlen und zur Vertuschung der Tat mit bloßen Händen erwürgt haben. Der junge Mann hat die Tat mittlerweile auch eingeräumt und sitzt seitdem in Haft. 

 
 

0 Kommentare

Kommentieren

null

loading

Videos