Niederbayern-Derby "Tragikomödie" auf der einen, Frust auf der anderen Seite

Das Niederbayern-Derby gewannen die Roten Raben Vilsbiburg klar mit 3:0 gegen die Gäste NawaRo Straubing. Foto: Georg Gerleigner

Das Niederbayern-Derby am Samstagabend endete mit einem klaren 3:0-Erfolg für die Roten Raben Vilsbiburg. Nach dem Spiel waren jedoch beide Trainer - aus unterschiedlichen Gründen - nicht glücklich.

Mit 3:0 endete das Niederbayern-Derby in der Volleyball-Bundesliga zwischen den Gastgeberinnen Rote Raben Vilsbiburg und NawaRo Straubing. Straubings Trainer Bene Frank, der vor dem Spiel gesagt hatte, dass die Partie eine derjenigen in der Saison ist, in der Straubing punkten kann, war mächtig verärgert und enttäuscht: "Wir haben einfach keine gute Leistung gebracht. Es ärgert mich sehr, dass wir unsere Trainingsleistungen nicht auf den Platz bringen konnten. Es hat alles gegen uns gespielt, aber wir dürfen keine Ausreden suchen." Vor allem die Leichtsinnsfehler seiner Spielerinnen ärgerten ihn sehr.

Dass seine Mädels mit der weitläufigen Halle nicht so zurecht gekommen sind, wollte Frank nicht alleine als Grund gelten lassen. "Wir waren einfach nicht gut fokussiert. Wir hatten die Chance, zwei Sätze zu gewinnen, da müssen wir auch mal einen heimfahren", übte der NawaRo-Coach deutliche Kritik im Anschluss der Partie. Im ersten und dritten Abschnitt konnten die Spielerinnen von NawaRo die Sätze offen gestalten, verloren diese aber denkbar knapp mit 24:26, beziehungsweise 23:25. Deutlicher wurde es einzig im zweiten Durchgang, den die Roten Raben mit 25:13 für sich entscheiden konnten. "Den zweiten Satz haben wir vollkommen verkackt, da haben auch die Wechsel nichts gebracht. Es lief einfach gefühlt alles gegen uns", polterte Frank.

Generell meinte der Straubinger Trainer, man müsse aus dem Gedankengut heraus, zufrieden zu sein, wenn man einfach nur mithält. "Wir müssen jetzt mal Spiele auf unsere Seite bringen", sagt er deutlich. Dennoch will Straubing auch positive Aspekte aus dem Derby in Vilsbiburg mitnehmen: "Wir sind nach hohen Rückständen zurückgekommen, haben uns trotz schlechter Leistung Chancen erkämpft und haben nach zwei verlorenen Sätzen den letzten noch einmal knapp gestaltet", sagt Frank. 

"Tragikomödie" bei den Roten Raben

Vilsbiburgs Trainer Timo Lippuner war angesichts des Ergebnisses zwar sehr zufrieden mit seiner Mannschaft, musste aber - ohnehin schon ersatzgeschwächt - zwei weitere Verletzungen beklagen. Laura Künzler musste noch während der Partie verletzt ausgewechselt werden und auch Maria Dancheva verließ die Volleyball-Halle mit Krücken. Lippuner verglich die Situation mit einer "Tragikomödie": "Auf der einen Seite freuen wir uns natürlich über den 3:0-Sieg, den ich meiner Mannschaft nicht hoch genug anrechnen kann, auf der anderen Seite sind wir nur mit knapp sieben Spielerinnen in die Begegnung gegangen und zwei von ihnen verlassen die Halle mit Krücken." Eine genaue Diagnose und Ausfallszeit steht bei beiden Spielerinnen jedoch noch aus.

Spielerisch konnte Lippuner seiner Mannschaft nur einen kleinen Vorwurf machen: "Die Verteidigung von eher einfachen Bällen war heute nicht so gut, insgesamt bin ich aber sehr zufrieden mit der Leistung." Die Leistungsschwankungen seiner Mannschaft waren laut dem Trainer der Personallage geschuldet. "Wir haben im dritten Satz beispielsweise unsere Hauptangreiferin verloren. Da ist es fast klar, dass sich das Spiel noch einmal verändert", so der Coach. Trotz des recht klaren Ergebnisses habe man in der Halle den Derby-Charakter gespürt. "Die Atmosphäre in der Halle war sehr laut und gut. Ich denke, die Fans haben ein Spiel gesehen, für das sie sich begeistern konnten."

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