Niederbayern-Derby Schlägt der Underdog zu? NawaRo gegen Raben

Am Samstag steht in der Bundesliga das Niederbayern-Derby zwischen NawaRo Straubing und den Roten Raben Vilsbiburg an. Foto: Fabian Roßmann, imago/Grafik: idowa

Das Niederbayern-Derby in der Volleyball-Bundesliga steht an. Am Samstag empfangen die Roten Raben Vilsbiburg NawaRo Straubing. Ein Duell, das nicht nur wegen der geographischen Nähe besonders ist.

Das Niederbayern-Derby zwischen NawaRo Straubing und der ersten Mannschaft der Roten Raben Vilsbiburg gab es in der Volleyball-Bundesliga schon seit der Saison 2014/2015 nicht mehr. Am Samstag treffen die beiden Teams wieder einmal im Liga-Alltag aufeinander. Das Duell verspricht Brisanz, nicht nur wegen der geographischen Nähe der beiden Städte Straubing und Vilsbiburg, sondern auch wegen der aktuellen Tabellensituation. Die Roten Raben haben mit sechs Punkten nur einen mehr auf dem Konto, als die Straubinger Truppe, die hat allerdings schon ein Spiel mehr absolviert.

Die Ausgangslagen beider Mannschaften sind dennoch komplett unterschiedlich: NawaRo wird als Underdog gehandelt, dies bestätigten auch beide Trainer. "Grundsätzlich ist die Erwartungshaltung schon so, dass wir die Favoritenrolle haben, allein wegen unserer Erfahrung. Wir können allerdings nicht aus dem Vollen schöpfen", sagt Vilsbiburgs Cheftrainer Timo Lippuner. NawaRo-Coach Bene Frank schlägt in diesselbe Kerbe: "Die Favoritenrolle ist klar bei Vilsbiburg. Wir stellen uns hinten an, sind generell schon relativ glücklich, ein paar Punkte geholt zu haben."

Trotz der vielleicht klaren Rollenverteilung glaubt Frank an eine Chance für seine Mädels. "Das Spiel ist eine der Begegnungen, in der wir etwas mitnehmen können. Wir wollen es selbst in die Hand nehmen, gehen also selbstbewusst in die Partie", sagt er. Zugleich warnt er aber vor den starken Aufschlägen von Vilsbiburg und dem guten Spiel "aus der Abwehr heraus". Die Vilsbiburger Mannschaft ist laut Frank zudem noch nicht in absoluter Top-Form, auch weil sie immer wieder mit Verletzungen zu kämpfen haben. Doch die Roten Raben sind gewarnt vor den Gästen, Lippuner sieht nicht nur im Aufschlag Stärken bei den Straubingern: "Auch über die Außenpositionen sind sie echt stark. Sie spielen da clever, ruhig und vor allem auch technisch gut", sagt Lippuner.

Straubinger Mittelblock-Problem – kurzfristige Nachverpflichtung?

Ein Problem hat NawaRo jedoch im Mittelblock. Nach dem Abgang von Tyler Richardson gibt es mit Celin Stöhr, die gegen Vilsbiburg auf ihr Ex-Team trifft, nominell nur eine Spielerin für diese Position. In den vergangenen Partien half auf der Position Gil Döhnert aus, wie die Position am Samstag besetzt sein wird, konnte Frank noch nicht sagen: "Eine interne Lösung ist wahrscheinlich, es kann aber auch sein, dass wir eine kurzfristige Nachverpflichtung spielen lassen. Aktuell gibt es gute Kontakte." Die Roten Raben stellen sich deswegen auf alle Eventualitäten ein: "Wir werden uns auf verschiedene Möglichkeiten vorbereiten, wollen uns aber generell hauptsächlich auf unser eigenes Spiel fokussieren", so Lippuner.

Nach den Ausfällen von Annika Kummer und Daria Przybylak hat sich auch noch Myrthe Schoot im Training verletzt. Daher wird Lenka Dürr, die aktuell vereinlos ist und sich bei den Raben fit hält, kurzfristig einspringen. Diese Lösung gilt zunächst für ein Spiel, wie Vilsbiburgs Geschäftsführer André Wehnert betont: „Als klar war, dass Myrthe am Samstag ausfällt, hat sich Lenka, die ja ohnehin vor Ort ist, bereiterklärt, für uns einzuspringen.“

Lesen Sie das Interview mit Celin Stöhr hier: "Eine der stärksten Saisons meiner Karriere"

Trotz des Derby-Charakters ist die Partie für die Teams nicht so brisant, wie für ihre Fans und die beiden Städte. "Für den Club und die Fans ist das Derby natürlich etwas Besonderes. Da die Spielerinnen aber noch kein Derby mitgemacht haben, bereiten wir uns wie auf jedes andere Spiel auch vor", sagt Lippuner. Frank sieht das ähnlich. NawaRo freue sich in jedem Fall, solch ein Derby erleben zu dürfen. Es sei ein sehr wichtiges Spiel für sein Team.

Die Straubinger fühlen sich in der Underdog-Rolle wohl. Dies hat auch schon das Spiel gegen den VC Wiesbaden gezeigt, als NawaRo gut mithielt und dem Favoriten einen Punkt abnahm. Die Unterstützung der Fans ist für NawaRo dabei sehr wichtig: "Es wäre natürlich gigantisch, wenn einige Fans mitkommen würden. Vor allem daheim merken wir, wie uns der Zuspruch nach vorne pusht", sagt Frank. Bei den letzten beiden Aufeinandertreffen gewann Vilsbiburg beide Partien. In der Hinserie gewannen sie mit 3:9, im Rückspiel endete die Partie knapp mit 3:2 für die Raben.

 
 

0 Kommentare

Kommentieren

null

loading

Videos