Neustadt an der Waldnaab Naziparole in der Tankstelle überführt Verbrecher-Duo

Zwei Männer aus Schleswig-Holstein wollten sich nach einigen Straftaten ursprünglich nach Spanien absetzen. In der Oberpfalz war allerdings Endstation. (Symbolbild) Foto: Stefan Karl

Ursprünglich wollten sich zwei Männer aus Schleswig-Holstein gemeinsam nach Spanien absetzen, nachdem sie im Raum Lübeck bereits mehrere Straftaten begangen hatten. Auf ihrer Reise Richtung Süden fühlten sich die beiden aber offenbar zu sicher. In der Oberpfalz begingen sie weitere Straftaten. An einer Tankstelle in Neustadt an der Waldnaab war dann Endstation.

Dümmer als die Polizei erlaubt. Wenn man schon einiges auf dem Kerbholz hat und flieht, sollte man sich tunlichst klammheimlich aus dem Staub machen. Nicht so zwei 31 und 19 Jahre alte Männer aus Schleswig-Holstein. Sie wollten sich ursprünglich nach Spanien absetzen. Auf ihrem Weg dorthin machten sie nebenbei auch noch Bayern unsicher. In einer Pension in Weiden hatten sie zwar ihre Übernachtungskosten nicht gezahlt, dafür aber das halbe Zimmer leergeräumt. Am Ende fehlten neben einem Fernseher auch noch einige andere Einrichtungsgegenstände. Von Weiden aus strandeten sie am Dienstag, 13. November, in Neustadt an der Waldnaab. An einer dortigen Tankstelle endete um kurz nach 8 Uhr ihre Flucht abrupt.

Und daran trugen sie selbst Schuld. Denn vermutlich wäre es ihnen tatsächlich gelungen, ihre Fahrt in Richtung Spanien fortzusetzen, hätte sich der 31-Jährige in der Tankstelle im Griff gehabt. Stattdessen aber begrüßte er den Tankwart knallhart mit einer Naziparole und beglich seine Rechnung. Der verdutzte Tankwart verständigte daraufhin die Polizei. Die machte sich vor Ort selbst ein Bild von den beiden Männern und staunte nicht schlecht. In deren Auto fanden sie Werkzeug, Waffen und waffenähnliche Gegenstände sowie Handschuhe und Taschenlampen. Keiner der beiden Männer hatte außerdem einen Führerschein, das Auto war nicht zugelassen, die am Wagen angebrachten Kennzeichen waren gestohlen und der Zulassungsstempel war nicht für die Kennzeichen ausgegeben.

Die Polizisten hatten genug gesehen. Weiter ging's auf der Polizeidienststelle. Auf dem Weg in die Haftzelle tickte der 31-Jährige aus und attackierte die Beamten. Das Ganze "krönte" er noch mit einer Hasstirade und etlichen Schimpfwörtern. 

Wie die Ermittlungen ergaben, kommen beide Männer für jede Menge weiterer Straftaten außerhalb Bayerns - insbesondere in Schleswig-Holstein - in Frage. Darum hat die Staatsanwaltschaft Lübeck beim zuständigen Gericht je einen Haftbefehl beantragt. Nach der Vorführung beim Ermittlungsrichter in Weiden, der Untersuchungshaftbefehle erließ, wurden beide Männer in eine Justizvollzugsanstalt eingeliefert. 

Die Reise, die die beiden nach eigenen Angaben über Frankreich nach Spanien führen sollte, endete somit ungewollt in der Oberpfalz. Ohne Naziparole wären beide Männer buchstäblich besser gefahren.

 
 

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