Der Paketfrust ist längst weit verbreitet. Ein Kunde bestellt etwas, bekommt es dann aber mit reichlich Verspätung geliefert. Oder aber man findet plötzlich eine Benachrichtigung des Paketzustellers im Briefkasten, dass man zuhause nicht angetroffen werden konnte - und das, obwohl man den ganzen Tag über daheim war. Manchmal erreichen Lieferungen sogar nie ihren Empfänger. So geschehen im Oktober diesen Jahres in Neufahrn bei Freising.

Mindestens vier Pakete, die im Oktober im Raum Neufahrn zugestellt werden sollten, landeten nie bei ihren Empfängern. Die Gemeinsamkeit: in all diesen Paketen befanden sich nagelneue Handys. An einen Zufall glaubte man da auch bei der Polizei nicht mehr. Bei den Ermittlungen rückte schließlich ein 24-jähriger Paketzusteller ins Visier von Staatsanwaltschaft und Polizei. Dabei stellte sich heraus, dass der Mann die Handylieferungen an seiner Arbeitsstelle heimlich einkassierte und die Telefone verkaufte. Daher wurde er am gestrigen Dienstag festgenommen. Im Rahmen seiner Vernehmung legte er ein umfassendes Geständnis ab. Nach eigener Aussage hatte er die Handys im Gesamtwert von gut 20.000 Euro gestohlen und verkauft, weil er wegen eines schweren Krankheitsfalles in der Familie dringend Geld brauchte. Nach seiner Aussage wurde der 24-Jährige in eine Justizvollzugsanstalt eingeliefert. Auch gegen die Käufer der gestohlenen Handys laufen jetzt Ermittlungen.