Neues vom Turm III Gender-Toilettenlösung, ängstliche Spielmannszügler und ein Herz in der Ritterfahne

Passt: Die Sattelbogner wollen die Gender-Problematik bei der einzigen öffentlichen Toilette im Further Stadtzentrum lösen. Foto: Th. Linsmeier

• Vorneweg eine gute Nachricht, über die man nicht scherzen sollte: Ritter Andreas Scheuer geht es gut. Der Drachentöter war am Dienstagabend vor der Hauptprobe in der Festspiel-Arena gestürzt. Der Grund: Sein Pferd hatte plötzlich gescheut und Andreas abgeworfen. Wie er jedoch gestern versicherte, blieb es bei einem Schreck und einem kurzzeitigen Schmerz. Verletzt habe er sich dabei zum Glück nicht.


• Damit auch eine Gruppe im Festspiel keinen seelischen Schmerz erleidet, haben nun die Sattelbogner-Soldaten in einer Hauruck-Aktion gehandelt und in der Gender-Diskussion ein Zeichen gesetzt. Sie dachten, dass es in der Grenzstadt gerade während der Drachenstichzeit an der Zeit wäre, die einzige öffentliche Toilette am Fuße des Rathauses den neuen Erfordernissen anzupassen. Flugs griffen die Handwerker der Sattelbogner zu ihren Werkzeugen, um eine gesetzeskonforme Lösung zu zimmern. In den vergangenen Tagen wurde das Ergebnis bereits zur Probe bei den Toiletten an der Burgstraße postiert. Das Resultat kann sich sehen lassen.
Damit auch Männlein, Weiblein und Diverslein wissen, welches Türchen sie nehmen sollen, haben die Sattelbogner ein entsprechendes Schild angebracht. Darauf ist nicht nur „WC/divers“ zu lesen, sondern auch der Name einer Gruppe im Festspiel, von der die Sattelbogner glauben, dass sie für diese Alternative sehr dankbar sei. Aus datenschutzrechtlichen Gründen haben wir jedoch diese Gruppenbezeichnung geschwärzt ...


• Schwarz sahen kürzlich auch die Businenbläser des Spielmannszuges „Grenzfähnlein“, und zwar was ihre gesundheitliche Zukunft betrifft. Der Grund sind lose Bretter auf dem Wehrgang, von dem die Musiker mit ihren historischen Instrumenten das Festspiel beschallen. Sofort wurde ein Notruf an den städtischen Bauhof abgesetzt. Und dieser kam umgehend, um den „lebensbedrohlichen Mangel“ zu beseitigen. Böse Zungen behaupten nun: Den Spielmannszüglern sei es nur darum gegangen, dass sie auf den wackeligen Brettern kein Bier verschütten. Denn musikalisch können sie bekanntlich sogar im Gehen trompeten. Und dass der gesamte Boden auf dem Wehrgang wackelt, habe nichts mit losen Brettern zu tun, sondern eher mit zu viel geleerten Bierkästen ...


• Eine Lücke entdeckte bei den vergangenen Proben auch Ritter Andreas Scheuer, eine ganz romantische noch dazu. Denn als er bei der Hauptprobe am Montag mit wehender Fahne in die Arena ritt, registrierte er plötzlich, dass an dieser etwas anders war: Wo sich sonst das Wappen der Sattelbogner befindet, klaffte nun ein ausgeschnittenes Herz. Hat der Ritter 2019, der liebestechnisch fest vergeben ist, eine heimliche Verehrerin, die ihn gar sabotiert?
Des Rätsels Lösung ergab sich kurze Zeit später, als dem Scheuer Andreas das fehlende Stück seines Banners in Herzform übergeben wurde. Das ausgeschnittene Herz war von den „Übeltätern“ (sie werden im Umfeld des „Tonhäusls“ vermutet) handsigniert. Über den Unterschriften hieß es: „In Liebe!“ Und was lernt der Andreas – genauso wie manch anderer Hauptakteur – aus dieser Geschichte: Lass nie ein wichtiges Utensil aus den Augen, vor allem nicht hinter der Bühne. Denn man weiß nie, wem gerade wieder was einfällt, wodurch einem der Tag beziehungsweise der Auftritt versaut wird ...  

 
 
 

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