Schulstart in Bayern Lüften und maskieren: Minister Piazolo zum Hygienekonzept

Am Vormittag gibt Kultusminister Michael Piazolo (Freie Wähler) Details über das Verfahren beim Schulstart in Niederbayern an. Sehen Sie hier die Pressekonferenz im Livestream!

Piazolo will den Schulleitern bei der Ausgestaltung der Hygiene-Regeln sehr viele Freiheiten geben. Die Gegebenheiten vor Ort, räumlich und personell, seien an den bayerischen Schulen sehr unterschiedlich, darauf müsse eingehalten werden. Auf dem Schulgelände wird für alle Schüler außerhalb des Unterrichts Maskenpflicht gelten. In den ersten neun Tagen werden die Schüler außerdem auch während des Unterrichts die Masken tragen müssen.

Der Stufen-Plan für die Unterrichtseröffnung wurde nach Angaben des Ministers noch einmal angepasst. In den meisten Landkreisen werde der Unterrichtsbetrieb nach den neun Tagen auf Stufe 1 beginnen – dem Regelbetrieb unter Hygieneauflagen.

Schüler, die Erkältungssymptome haben, wie Husten, Schnupfen, Kopf- und Gliederschmerzen oder andere Symptome, „die mit Corona zu tun haben könnten“, sind vom Unterrichtsbetrieb ausgeschlossen. Einzige Ausnahme: Für Grundschulkinder soll der Schulbesuch mit einem leichten Schnupfen ohne Fieber möglich sein.

Das Testangebot für Lehrkräfte werde bislang gut angenommen, erklärte Piazolo. Eine ähnliche Testmöglichkeit für Lehrer soll im Herbst noch einmal angeboten werden. Lehrer werden dazu angehalten, die Ferien nicht in sogenannten Risikogebieten zu verbringen. Für das neue Schuljahr seien 1.000 neue Lehrerstellen geschaffen worden. Das Verhältnis Schüler-Lehrer entwickle sich damit positiv, weil auf weniger Schüler mehr Lehrer kommen würden. 

Die wichtigsten Aspekte des Hygienekonzepts bleiben laut Piazolo das regelmäßige Lüften sowie, dass die Schüler Masken tragen. Konkrete Lüftungsanweisungen gebe es aber nicht, sagt der Minister auf Nachfrage. Auch hier obliege die Umsetzung den Schulleitern vor Ort.

Über 200 Pensionisten hat das Kultusministerium aus dem Ruhestand zurückgeholt, damit sie in der jetzigen Situation ihre Expertise einbringen. Weil nicht ausgeschlossen werden könne, dass eine Infektion mit Sars-CoV-2 Einfluss auf ein ungeborenes Kind haben könnte, kommen schwangere Lehrerinnnen nicht im Präsenzunterricht zum Einsatz. Auch Lehrer, die bestimmten Risikogruppen angehören, werden nicht vor Klassen stehen. Die Lehrer, die aus dem Präsenzunterricht herausgenommen sind, sollen andere Aufgaben wie zum Beispiel Korrekturarbeiten oder auch Verwaltungstätigkeiten im Schulalltag übernehmen. 

Der Distanzunterricht ist in der Stufe 1 und 2 nicht vorgesehen. In Stufe 3 können Klassen geteilt werden, um Mindestabstände möglich zu machen. Sollte es dazu kommen, könne man auf die Erfahrungen des vergangenen Schuljahres zurückgreifen. Mittlerweile seien die Schulen besser ausgestattet. Das Kultusministerium hat für den Distanzunterricht sieben Leitsätze formuliert. Der anhand von Best-Practice-Beispielen entwickelte Leitfaden sichert, dass die Schulpflicht auch in der Zeit der Maßnahmen gelten kann, Arbeitsaufträge und auch Rechenschaftsablagen sind auch beim Digitalunterricht jetzt verpflichtend. „Corona war ein Schwungrad für die Digitalisierung“, erklärte der Minister. Einige Investitionen und Anschaffungen, auch die Entwicklung neuer Unterrichtsmethoden haben durch die Pandemiemaßnahmen einen zusätzlichen Schub erhalten. Etwa 250.000 Schüler-Leihgeräte, Tablets, Notebooks und ähnliche Geräte, stehen nun zur Verfügung, um den Distanzunterricht möglich zu machen.

Die Frist für das Vorrücken auf Probe will das Ministerium bis Allerheiligen, in einigen Fällen bis Anfang Dezember ausdehnen. Bayernweit können 800 sogenannte „Teamlehrkräfte“ als Vollzeitlehrer eingesetzt werden. Die Teamlehrkräfte sind Menschen mit Studienabschluss, aber ohne zweites Staatsexamen.

Am Dienstag geht für rund 1,7 Millionen Schüler im Freistaat wieder der Unterricht los. Die etwa 6.200 Schulen im Land mussten sich diesmal noch intensiver als sonst auf den Beginn des Schuljahrs vorbereiten, gibt es wegen der Corona-Pandemie doch zahlreiche Auflagen und Abweichungen vom gewohnten Ablauf.

 

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