Neue Professuren an Hochschulen Mehr Künstliche Intelligenz für Ostbayern

Künstliche Intelligenz (KI) ist eines der wichtigsten Forschungsfelder der Zukunft und birgt das Potenzial, viele Menschheitsprobleme lösen zu helfen. Vier ostbayerische Hochschulen sollen sich nun den Bemühungen anschließen. (Symbolbild) Foto: Oliver Burston/imago

Mit 600 Millionen Euro will Bayern in den kommenden drei Jahren im Rahmen der "Hightech-Agenda" landesweit Professuren für Künstliche Intelligenz einrichten, was nicht zuletzt der Wirtschaft nach der Corona-Krise helfen soll. Insgesamt sollen 50 KI-Professuren im Freistaat neu eingerichtet werden – zehn davon an vier ostbayerischen Hochschulen.

Bis 2023 werden in allen sieben Regierungsbezirken des Freistaats 50 neue Professuren für Künstliche Intelligenz eingerichtet. "Die ersten 20 sollen bereits im Herbst dieses Jahres besetzt werden, die weiteren 30 folgen sukzessive bis 2023", sagte Wissenschaftsminister Bernd Sibler (CSU) am Freitag in München zu den Ergebnissen des landesweiten Wettbewerbs der Hochschulen um die Forschungsstühle.

Regensburg: Digitale Medizin und Stadtentwicklung durch KI

Drei neue KI-Professoren werden bald an der Universität Regensburg forschen und lehren, wie aus einer Pressemitteilung der Hochschule hervorgeht. Uni-Präsident Udo Hebel freut sich: „Dieser Erfolg unterstreicht, wie wichtig die Gründung der Fakultät für Informatik und Data Science gewesen ist", erklärt er. "Die zusätzlichen KI-Professuren sind ein wesentlicher Baustein für die Zukunftsfähigkeit der Universität Regensburg.“

Die neue Professur für "Computational Immunology" (Computergestützte Impfstoff-Forschung) steht in Verbindung mit dem Gesundheitsknotenpunkt in Erlangen, die Professuren "KI in der IT-Sicherheit" und "Maschinelles Lernen" werden einem landesweiten KI-Knotenpunkt in Würzburg zugeordnet. Laut Pressemitteilung werden die neuen Lehrstühle an der Uni vor allem mit computerisierter Seuchen-Eindämmung, personalisierter digitaler Medizin und betriebswirtschaftlicher Innovation durch Künstliche Intelligenz beschäftigt sein.

Gleich nebenan, an der Ostbayerischen Technischen Hochschule (OTH) Regensburg, freut man sich ebenfalls über drei neue KI-Professuren. OTH-Präsident Wolfgang Baier erklärt in einer Pressemitteilung: "Mit diesen drei Professuren können wir den Fortschritt im wichtigen Zukunftsfeld der Künstlichen Intelligenz mitgestalten und für die Region deutliche Impulse setzen." Jetzt könne der Ausbau des "Regensburg Center of Artificial Intelligence" (RCAI) an der OTH beschleunigt und die KI als Forschungsschwerpunkt gestärkt werden.

Auch hier gibt es Kooperationen mit anderen Hochschulen: Eine Professur für "KI-gestützte Mobilität“ und eine weitere zu „Künstlicher Intelligenz für Infrastruktur und Stadtentwicklung“ stehen in Verbindung zur Technischen Hochschule (TH) Ingolstadt. Sie sollen an der Fakultät Informatik und Mathematik eingerichtet werden. Zudem wurde ein Lehrstuhl zum Thema „KI und Kooperative Systeme“ bewilligt, der in den „KI Campus Ostbayern – Data Science“ eingebunden ist und an der Fakultät Angewandte Natur- und Kulturwissenschaften eingerichtet werden soll. 

Deggendorf: KI-Systeme in Pflege und Cyber-Sicherheit

Als dritte ostbayerische Hochschule hat die Technische Hochschule Deggendorf (THD) den Zuschlag für drei weitere Professuren im Bereich Künstliche Intelligenz erhalten. Hier geht es laut Pressemitteilung um die Bereiche Pflege, Geoinformatik und "Cyber Security". Der für Forschung verantwortliche Vize-Präsident der Hochschule, Prof. Dr. Andreas Grzemba, ist stolz auf das Erreichte: „50 Professuren wurden im Rahmen des bayernweiten Wettbewerbs vergeben, mit dreien für die THD liegen wir über dem Schnitt – man traut uns also einiges zu im Ministerium“, erklärt er. Man werde versuchen, das Vertrauen der Landesregierung mit vielen nützlichen Forschungsergebnissen zurückzugeben.

Bei der neuen Deggendorfer Professur „Sensorbasierte KI-Systeme in der Pflege“ geht es laut Pressemitteilung vor allem darum, Daten mit Hilfe von Künstlicher Intelligenz in Handlungsvorschläge für Pflegepersonal, Angehörige und Pflegebedürftige zu übersetzen. Mit der Nutzung von Geodaten beschäftigt sich der neue Lehrstuhl „Big Geospatial Data“, wo der sogenannte "Smart City Ansatz" mit Unterstützung Künstlicher Intelligenz auf den ländlichen Raum übertragen werden soll – also das Konzept, Städte effizienter, technologisch fortschrittlicher, grüner und sozial inklusiver zu gestalten. Und drittens soll die Professur für Datensicherheit einen Beitrag zur Erhöhung der Cybersicherheit von IT-Systemen durch KI-Sicherheitsmechanismen leisten – denn weil diese Systeme immer komplexter werden, müssen Sicherheitsmaßnahmen "intelligent" getestet werden, um Cyberangriffe erkennen und abwehren zu können.

Landshut: Plattform für KI-gestützte Mobilität

Und auch die Hochschule für Angewandte Wissenschaften (HAW) Landshut erreichte am Freitag die Bewilligung einer Professur – für die „Diagnose von KI-Methoden für hochautomatisiertes Fahren“. Hochschulpräsident Fritz Pörnbacher zeigt sich in einer Pressemitteilung hocherfreut über den positiven Bescheid. „Durch dicht vernetzte KI-Forschung setzt Bayern einen Akzent, um im internationalen wissenschaftlichen Wettbewerb mithalten zu können", erklärt er. "Wir Landshuter sind stolz, unseren Teil dazu beitragen zu können.“

Die Landshuter Hochschule ist unter anderem Mitglied im "Bayerischen KI-Mobilitätsnetzwerk", das die hochschulweite Zusammenarbeit mit dem Ziel fördert, eine einzigartige Plattform für die KI-gestützte Mobilität von Morgen zu realisieren und die Entwicklung vom hochautomatisierten Fahren der Gegenwart hin zum vollautonomen Fahren der Zukunft voranzubringen. Hier setzt die neue Professur der Hochschule Landshut an: Sie wird sich künftig mit dem Erkennen von Fehlfunktionen und deren Behandlung im laufenden Betrieb beschäftigen. Die Professur soll in der Fakultät Informatik verankert werden und den Bereich „Nachhaltige Mobilität“ stärken.

 
 
 

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