Neue Montessori-Schule in Moosburg Riesiges Interesse: Eltern überrennen Infoveranstaltung förmlich

Heillos überfüllt war der Saal vom Gasthaus Schnaitl. Foto: kk

Die Gründung einer Montessori-Schule für Moosburg auf dem Gelände der Wittibsmühle rückt in greifbare Nähe. Am Montag wurden die Initiatoren um Thomas Becker bei ihrer Informationsveranstaltung im Gasthaus Schnaitl in Wang regelrecht überrannt: Auch nach Mobilisierung aller Stuhlreserven reichten die Sitzgelegenheiten im großen Saal des Wirtshauses nicht, die Gäste saßen teilweise auf den Fensterbrettern.

Becker konnte mitteilen, dass es bereits 19 Voranmeldungen für die Grundstufe und 20 für die Mittelstufe seien. Damit sei eine zentrale Voraussetzung für einen wirtschaftlichen Schulbetrieb gegeben. 14 müssten es jeweils mindestens sein, und die genannten Zahlen stammten von der Zeit unmittelbar vor der Versammlung. Es gelte als sicher, dass diese schon wieder überholt sind. In diesem Stil gehe es für die Folgejahre weiter, sodass der Schulbetrieb auf Jahre hinaus gewährleistet werden könne: „So gibt es bereits eine Voranmeldung für die erste Klasse, und zwar für das Jahr 2020.“ Als Becker das vortrug, kam Unruhe auf in dem Saal, aber Becker hatte Verständnis: „Bei den Wartelisten, die andere Montessori-Schulen führen, ist das durchaus sinnvoll.“

Am 9. Juli dürfte es aktuelle Zahlen geben: Da nämlich besteht von 10 bis 16 Uhr die Gelegenheit, die Gebäude und das Gelände in der Wittibsmühle zu besichtigen. Die Vereinsmitglieder haben Kaffee und Kuchen sowie kühle Getränke für diesen Anlass versprochen.

Alexandra Lux, eine erfahrene Gründerin von Montessori-Schulen, gab eine Einführung in die Montessori-Pädagogik und begann mit der Vorstellung jener großartigen Frau Maria Montessori, der ersten Frau in Italien überhaupt, die Medizin studiert hat und von diesem Ansatz her an die pädagogischen Themen herangegangen ist. Launige Bemerkungen an all jene, die jetzt neue Schulen planen, konnte sie sich nicht verkneifen: „Das ist alles nicht neu, das wird uns nur gern als neu verkauft.“ Tatsächlich hielten immer mehr Elemente der Montessori-Pädagogik auch in der Regelschule Einzug. Geschickt baute sie einen Tagesschau-Beitrag ein über die Schule, die den Schulpreis für ihre pädagogische Arbeit bekommen hat, gerade weil sie diese „neuen“ Erkenntnisse verwertet hat. Der Wiedererkennungseffekt war gewollt.

Sie hatte auch Beispiele für Material dabei, mit denen die Lehrer an den Montessori-Schulen arbeiten. Dass Erstklässler bereits Wurzel ziehen können, war nur ein Punkt dabei. Ansonsten gelte: „Alle Montessori-Schulen sind an den Lehrplan gebunden.“ Dass gerade aktuell an der Montessori-Schule Freising alle, die den Übertritt ins Gymnasium angestrebt haben, diesen auch geschafft haben, passte nahtlos hierher. Alle Klassen seien altersgemischt, weil die Größeren auch viel dabei lernen, wenn sie den Kleineren helfen. Alle Klassen hätten zwei Lehrkräfte.

Thomas Becker fasste den Vortrag so zusammen: „Wir möchten eine Schule machen, die die Wissensvermittlung an den Bedürfnissen der Kinder ausrichtet.“ Konkret etwa die landwirtschaftliche Ausrichtung der neuen Schule. Das wird das Alleinstellungsmerkmal, eine weitere Kernbedingung für die Genehmigung, die – und auch diese Information war neu – jetzt schon in diesem Herbst mit einem Vorab-Antrag angeleiert werden soll.

Bürgermeister Hans Eichinger, der von Anfang an dabei war, freute sich gewaltig über den Zuspruch und verkündete: „Ich habe relativ wenig Bedenken, was die Gründung der Schule angeht“ und schloss: „Ich wünsche der Schule gutes Gelingen und uns allen glückliche Kinder.“

Die Fragen der Gäste bezogen sich nur noch auf die ganz praktischen Dinge: Becker hatte die nahe Bushaltestelle mit drei Linien angesprochen. Die Eltern wollten nur noch wissen, welche Busse da fahren, ob die Takte verdichtet werden könnten, und so weiter. Weiter war die Frage nach dem Ganztagsbetrieb. Da geht eine Tendenz hin zu einer gebundenen Ganztagsschule, weil das pädagogisch mehr Sinn macht. Alexandra Lux jedenfalls riet deutlich dazu. Ausführlich beantwortet werden musste die Frage nach dem Übertritt. Dieser wird in der Regel nach einem Probeunterricht möglich.

Becker sah sich am Rand der Versammlung aber schon mit ganz anderen Themen konfrontiert: Da bauten sich zwei junge Frauen vor ihm auf und interessierten sich mächtig für eine Arbeitsstelle in der neuen Schule. Sie hätten die Ausbildung, um den geplanten Hort machen zu können. Becker freute sich gewaltig, und mit einer Visitenkarte zogen die zwei wieder ab.

 

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