Irgendwie sah es "ein bisschen fleckert" aus, wenn mehrere Priester eine Messe zelebrierten und zwar alle die selbe Farbe, dafür aber unterschiedliche Muster und Schattierungen trugen. Das war Pfarrer Holger Kruschinas erster Eindruck, als er zu Beginn seiner Amtszeit in Roding einen Blick auf die liturgischen Gewänder geworfen hat. Gerade in einer so großen Pfarrei komme es ja öfter vor, dass mehr Geistliche gleichzeitig zelebrieren. Da sollten zumindest die Gewänder, die teilweise noch aus den 1960er Jahren stammten, ein einheitliches Bild abgeben.

Das war die Grundüberlegung. Doch Geld für neue Mode war keines da. Deshalb schaffte die Pfarrei notgedrungen eine günstige Übergangslösung an. Das Resultat mit weißen Gewändern und vielfarbigen Schals ist einigen sicher noch vom ZDF-Fernsehgottesdienst in Erinnerung. Als nun vor zwei Jahren Kaplan Martin Seiberl in die Pfarrei kam, hatte auch dieser wie Kruschina zunächst einen Blick von außen. "Wenn jemand frisch von der Primiz kommt, kennt er eine ganz andere Wertigkeit", überlegt der Pfarrer.