Netzfundstück der Woche #WirSindJournalismus: Wie Reporter der Krise trotzen

Auch Zeitungen in Deutschland stellt die Coronavirus-Pandemie vor besondere Herausforderungen. Foto: Symbolbild/Jens Kalaene/dpa

Die Coronakrise bestimmt seit Wochen den Alltag in Deutschland und stellt auch Zeitungsredaktionen vor Herausforderungen. Dabei zeigt sich gerade in Krisenzeiten, wie wichtig seriöser und unabhängiger Journalismus ist. Der Deutsche Journalisten-Verband (DJV) hat deswegen die Video-Aktion #WirSindJournalismus ins Leben gerufen. Unser Netzfundstück der Woche.

Ziel der Aktion #WirSindJournalismus ist es, mit kurzen Videos den Alltag von Journalisten in der Corona-Krise abzubilden. "Die Krise ist in diesem Sinne auch eine Chance, auf die Relevanz unseres Berufes aufmerksam zu machen", so der DJV. In diesem Video stellt Frank Überall, freier Journalist und Bundesvorsitzender des DJV, die Aktion näher vor:

Obwohl die Aktion erst ein paar Stunden alt ist, sind bereits erste Videos zusammengekommen. In diesem Artikel stellen wir eine Auswahl davon vor. Sie geben einen Einblick in die Arbeit, die deutsche Journalisten tagtäglich leisten. Den Anfang macht Sabine Wachs, ARD-Auslandskorrespondentin in Paris. Dort gilt eine wesentlich strengere Ausgangssperre als in Deutschland. Ohne Personalausweis, Presseausweis, Arbeitsbescheinigung und Passierschein kann sie momentan nicht vor die Tür:

Philipp Blanke ist Nachwuchsjournalist bei der Bild-Zeitung. Wie viele Kollegen arbeitet er momentan im Home-Office. Nur noch einige Blattmacher und die Ressort-Chefs selbst sind weiter im Verlagshaus anwesend. Trotzdem sagt er: "Es hat sich am Redaktionsalltag eigentlich nicht so viel geändert. Wir alle machen unsere Schichten, machen die Zeitung jeden Tag und halten Deadlines ein. Der Andruck musste noch nicht verschoben werden."

Als ARD-Korrespondent in Brüssel berichtet Michael Schneider hauptsächlich über die Themen der EU. Für Livegespräche ist er auch zuhause gut ausgerüstet. Was ihm momentan vor allem fehlt, ist der Austausch mit Kollegen und Hintergrundgespräche mit Politikern. Trotzdem findet er: "Alles in allem sind wir in Brüssel wahrscheinlich noch ganz gut aufgestellt."

Tom Bloch ist bereits über 20 Jahre lang als freier Journalist und Fotograf für lokale Zeitungen, Magazine und Vereine im Einsatz. Immer wieder hat er sich auch durch wirtschaftlich schwierige Zeiten geschlagen. Doch der Shutdown stellt nun auch ihn vor gewaltige Herausforderungen. Denn wo kein Sport, da keine Sportberichterstattung. "Das einzige, was ich momentan aus den Redaktionen bekomme, sind Mails, dass sie gezwungen sind, auf meinen Einsatz zu verzichten, und sie hoffen, dass ich wieder für sie arbeite, wenn das alles vorüber ist. Ich weiß, so wie mir geht es gerade vielen. Deswegen wünsche ich vor allem diesen Menschen: Kommt bitte gut durch die Zeit und bleibt gesund!"

Auch auf unsere Redaktion hat die Corona-Krise Auswirkungen. So ist beispielsweise auch dieser Text nicht im Verlagshaus, sondern im Home-Office entstanden – ebenso wie der Großteil aller heutigen Nachrichten auf idowa.de Trotzdem bleibt auch während der Krise unser Alltag und unser Ziel unverändert: Sie, unsere Leser, zuverlässig über die Themen aus unserer Region und der Welt zu informieren. Danke, dass Sie uns die Treue halten!

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