Netflix-Tipp Ein Märchen vom Erfolg: Ryan Murphys Serie „Hollywood“ erzählt vom Kampf um Toleranz und Anerkennung

Der unerfahrene Jack (Mitte) hofft auf eine Statistenrolle in einem Hollywood-Film. Foto: Saeed Adyani/Netflix

In "Hollywood" von Ryan Murphy dreht sich alles um das Showbusiness der 1940er Jahre, als Träume genauso schnell in Erfüllung gingen, wie sie platzten. 

Marilyn Monroe sagte einst: „Hollywood ist ein Ort, an dem sie dir Tausende Dollar für einen Kuss bezahlen und 50 Cent für deine Seele.“ Genau in diesem Sinne steht die Netflix-Serie „Hollywood“ von Ryan Murphy, die vor dem Durchbruch der Schauspielerin spielt und einen Blick hinter die Kulissen der amerikanischen Traumfabrik wirft.

Darum geht’s: Los Angeles in den 1940er Jahren: Der unerfahrene Schönling Jack (David Corenswet), der homosexuelle und afroamerikanische Drehbuchautor Archie (Jeremy Pope), dessen Freund Roy alias Rock Hudson (Jake Picking), der unbekannte Regisseur Raymond (Darren Criss) und dessen dunkelhäutige Frau Camille (Laura Harrier) kommen nach Hollywood, um dort ihren Traum zu verwirklichen.

Ob als Schauspieler, Drehbuchautor oder Regisseur – sie alle träumen von einer schillernden Karriere im Rampenlicht. Was sie dort erwartet, ist allerdings die knallharte Realität. Denn im Hollywood der 1940er stehen Sexismus, Rassismus und Homophobie an der Tagesordnung. Diesen Widrigkeiten zum Trotz arbeiten die fünf Träumer an einem Film namens „Meg“, der lose auf der tragischen Geschichte der Schauspielerin Peg Entwistle basiert, die sich 1932 vom Hollywood-Schriftzug gestürzt hat. Sie wollen mit ihrem Streifen Hollywood revolutionieren.

In aller Kürze: „Hollywood“ begleitet fünf Menschen auf ihrem steinigen Weg zum Erfolg.

Fazit: Mit viel Gefühl wirft „Hollywood“ einen Blick auf die Missstände der Traumfabrik. Dabei zeigt Macher Ryan Murphy wie bei allen seinen Produktionen, wie großes Kino im Serien-Format funktionieren kann. Außerdem setzt er auf viele tolle Schauspieler, die wunderbar miteinander harmonieren, und motzt die Miniserie mit einem glanzvollen Setting auf, für das Netflix tief in den Geldbeutel gegriffen hat. Das ergibt eine sehenswerte Miniserie, die – so viel sei verraten – gut ausgeht. Denn am Ende scheinen alle Probleme wie weggewischt. Das passt zwar nicht zur Realität Hollywoods, das auch heute noch von Sexismus, Rassismus und Homophobie geprägt ist, aber genau darum geht es Ryan Murphy ja eben nicht. Er zeigt nicht die Realität, sondern seinen Traum von einer toleranten Traumfabrik und erfindet damit das Märchen vom Erfolg neu.

„Hollywood“, Drama, sieben Folgen in einer Staffel, verfügbar auf Netflix, freigegeben ab zwölf Jahren. Hier gibt es mehr Infos.

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