Nationalmannschaft Jamal Musiala: Das Bambi legt die Scheu ab

Jamal Musiala war einer der Gewinner beim Sieg der DFB-Auswahl gegen Liechtenstein. Foto: Tom Weller/dpa

Mit hängenden Schultern und leicht verwirrtem Blick stieg Jamal Musiala am Tag nach seinem Startelf-Debüt für die Geschichtsbücher in den Teambus. Der "kleine, süße Fratz", wie ihn Teamkollege Serge Gnabry kürzlich nannte, wirkt im Kreise der Nationalmannschaft noch immer wie das scheue Bambi, das man am liebsten beschützen möchte. Doch auf dem Platz hat der 18-Jährige die Schüchternheit komplett abgelegt.

Der beste Beweis dafür war seine Vorlage zum 1:0 im WM-Qualifikationsspiel in St. Gallen gegen Liechtenstein (2:0). Der Bayern-Youngster zog mit Tempo von links in die Mitte und steckte den Ball perfekt auf Torschütze Timo Werner (41.) durch. Schon damit hatte der jüngste Startelfdebütant seit Uwe Seeler 1957 seinen Einsatz gerechtfertigt.

Flick lobt den Youngster

"Jamal hat das sehr gut gemacht, das ist seine Stärke", lobte Bundestrainer Hansi Flick. Musiala zeichne "vor allem seine Unbekümmertheit" aus, hatte der Bundestrainer im SID-Interview vor seiner Premiere gesagt: "Er ist einer, der sehr gut im Eins-gegen-eins ist, der mutig Fußball spielt."

Das Ausnahmetalent beeindruckt auch Musialas Klubtrainer. "Er hat einen Magnet eingebaut, der Ball flippert immer wieder zu ihm zurück", staunte Julian Nagelsmann zuletzt über den Teenager, "er hat offensiv unglaubliche Qualitäten".

Löw überzeugt Musiala vom DFB

An denen dürfen sich die deutschen Fans schon jetzt und vor allem in Zukunft erfreuen. Musiala besitzt auch einen englischen Pass und hätte für die Three Lions auflaufen können - doch nach einem Gespräch mit Flick-Vorgänger Joachim Löw entschied er sich für die DFB-Auswahl. Dass Löw den Youngster bei der verpatzten EM nur zweimal sehr spät einwechselte, wurde ihm als Fehler angekreidet.

Flick, der Musiala schon als Bayern-Trainer zum Bundesliga-Debüt verholfen hatte, setzte gleich bei seinem ersten Spiel auf den Hoffnungsträger.

Und irgendwann wird Musiala auch seine Scheu neben dem Platz ablegen, da ist sich Gnabry sicher: "In seiner Entwicklung ist die Spielzeit das, was ihn reifer werden lässt. Und da ist er auf einem sehr guten Weg."

 
 
 

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