Namens-Streit Prozess um Oktoberfest-Kopie in Dubai beginnt

Eine Figur der blinden Justitia. Foto: Christoph Soeder/dpa/Symbolbild

Zieht das abgesagte Münchner Oktoberfest in Pandemiezeiten nach Dubai um? Dieser falsche Eindruck entstand nach Auffassung des Münchner Landgerichts mit einem dort geplanten Fest. Doch das wollen die Dubai-Veranstalter nicht auf sich sitzen lassen.

Ein geplantes Oktoberfest im fernen Dubai beschäftigt an diesem Donnerstag ab 11.15 Uhr das Oberlandesgericht (OLG) München. Es muss sich mit der Frage befassen, ob dieses Fest überhaupt Oktoberfest heißen darf. Die Stadt München hatte 2021 beim Landgericht München I eine einstweilige Verfügung erwirkt, die es den Veranstaltern untersagte, mit Formulierungen wie "Dubai Oktoberfest" oder "Das traditionelle Oktoberfest am Ort der EXPO 2021 Weltausstellung" für die geplante Veranstaltung in den Vereinigten Arabischen Emiraten zu werben.

Mit Ankündigungen wie "Oktoberfest goes Dubai" hätten sie den falschen Eindruck erweckt, das Traditionsfest ziehe in das arabische Emirat um, entschied das Landgericht München I. Diese Art der Reklame bediene sich am Weltruf der Wiesn in der bayerischen Landeshauptstadt.

Auch Bilder sind tabu

Die Richter gaben damit dem Antrag der Stadt München auf Erlass einer einstweiligen Verfügung gegen die Veranstalter statt. Ebenfalls untersagt sind demnach Sätze wie "das traditionelle Oktoberfest" oder die Behauptung, dass "das größte Volksfest der Welt noch größer" werde. Auch Abbildungen des Münchner Oktoberfests, die etwa das ikonische Riesenrad enthalten, sind laut Urteil künftig tabu. Dagegen legten die Veranstalter Berufung ein. Ihre Begründung: Das Kennzeichnen "Oktoberfest" werde vielfach verwendet und sei "kennzeichnungsschwach".

Der Chef der Münchner Wiesn, Wirtschaftsreferent Clemens Baumgärtner, hatte nach dem Landgerichtsurteil im vergangenen Jahr gesagt, er sei "erleichtert" über die Entscheidung. Die pandemiebedingte "Oktoberfest"-Lücke zum Geldverdienen zu nutzen, sei "schäbig". Der Ruf der Wiesn könne durch die Kopie so schweren Schaden nehmen, dass Besucher auch das Original nicht mehr besuchen wollen.

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