Nachwuchstalent aus Niederbayern Benedikt Bauer und sein Traum vom FIFA-Profi

Träumt davon, E-Sport-Profi zu werden: Benedikt Bauer. Foto: VfL Wolfsburg

Der Niederbayer Benedikt Bauer hat einen großen Traum: E-Sport-Profi werden. Nun hat er einen Probevertrag in der E-Academy des VfL Wolfsburg erhalten.

Für Benedikt Bauer ist es die Erfüllung eines absoluten Traums. Seit kurzem gehört der 18-Jährige aus Drachselsried im Landkreis Regen der E-Academy des VfL Wolfsburg an. Hier werden die E-Sport-Profis von morgen ausgebildet. Ein Jahr hat Bauer nun Zeit, sich zu entwickeln, zu empfehlen und dann womöglich selbst einen Profivertrag zu erhalten.

Für Bauer war FIFA-Zocken bislang nur ein Hobby. Der Schüler, der aktuell sein Abitur macht, hat an der Konsole mit FIFA 15 angefangen. Anfangs nur, um sich mit seinen Kumpels zu messen. Doch schnell merkte Bauer, dass er ein besonderes Talent hat und immer ein Stück besser war als die Freunde. Also suchte er neue Herausforderungen. Er spielte online erste Turniere und war auch dabei erfolgreich. Er hat sich für die virtuelle Bundesliga qualifiziert und dort sogar den Einzug in die K.o.-Phase geschafft. Ausgetragen wurde diese in Düsseldorf, es war Bauers erstes großes Turnier, das er vor Ort bestritten hat.

"Just for fun" teilgenommen"

Über die sozialen Medien wurde er schließlich darauf aufmerksam, dass der VfL Wolfsburg neue Talente für seine Akademie sucht. „Just for fun“, wie Bauer sagt, hat er einfach einmal mitgemacht. Da er zuvor nur auf der X-Box aktiv war, lieh er sich von einem Freund eine Playstation 4 aus, auf der die Spiele ausgetragen wurden, um sich vorzubereiten. Der junge Niederbayer qualifizierte sich für das Auswahlverfahren in Wolfsburg. Die erneute „Erfüllung eines Traums“, beschreibt er. Er durfte in die VW-Stadt reisen und dort seine Vorbilder wie E-Sport-Profi Benedikt Saltzer kennenlernen und gegen sie spielen.

In Wolfsburg wurden die Qualifikanten intensiv getestet – nicht nur an der Konsole. Es gab eine Medienchallenge, eine Fußball-Einheit mit dem U19-Trainer Wolfsburgs sowie eine Kochübung, bei der ein Couscous-Salat zubereitet werden musste. Die Bewerber sollten umfänglich kennengelernt werden. Drei Jungs stattete der Verein am Ende mit einem Probevertrag aus – Benedikt Bauer war einer davon. „Seit zwei Jahren interessiere ich mich sehr ausgiebig für E-Sport. Nun selbst dabei zu sein, ist schon etwas sehr Besonderes“, sagt er. Er sieht die Aufnahme in die Akademie als möglichen „ersten Schritt meiner E-Sport-Karriere.“ Wichtig ist dies auch in Bezug auf Freunde und Familie. „Die waren anfangs schon skeptisch. Aber nun sehen sie, dass doch mehr möglich ist, als nur ein bisschen zu zocken“, sagt Bauer mit einem Schmunzeln.

Trainieren mit den Profis

Der Probevertrag, für den es eine Aufwandsentschädigung gibt, ist auf ein Jahr befristet. In diesem sind die Talente um Bauer Botschafter für den VfL Wolfsburg. Wenn sie Turniere spielen, treten sie für die Niedersachsen an. Zudem müssen auch Social-Media-Kanäle befüllt werden. Das Jahr dient der Ausbildung. Bauer darf gegen die Profis des VfL spielen und mit ihnen trainieren. Das meiste ist übers Internet von zu Hause aus machbar. Während des Jahres hat Bauer die Möglichkeit, sich für einen Profivertrag beim VfL zu empfehlen.

Wie lange spielt so ein FIFA-Talent eigentlich? Das variiere, sagt Bauer. Es seien circa zehn Stunden pro Woche. Er spielt in einer Weekend-League, in der am Wochenende 40 Spiele anstehen. Darüber hinaus misst er sich auch noch mit den Kumpels. Doch während der Woche bleibt gar nicht so viel Zeit. Schließlich macht Bauer gerade sein Abitur und spielt in der JFG Kronberg-Kickers auch selbst Fußball. Das sei ohnehin ein wichtiger Ausgleich für ihn, sagt Bauer. Und das Taktikgefühl aus dem realen Spiel helfe durchaus auch auf dem virtuellen Fußballfeld. Nach der Schule will Bauer Medientechnik in Deggendorf oder Medienmanagement in Wolfsburg studieren.

Bei vielen Hobbyspielern fliegt schon einmal ein Controller gegen die Wand. Bauer ist das noch nicht passiert. „Aber klar, manchmal wird man schon auch ein bisschen aggressiv. Ich denke, das ist auch ganz normal.“ Was er Hobbyspielern empfiehlt, um besser zu werden? „Man sollte so viel wie möglich trainieren, auch mal online spielen und sich mit besseren Spielern messen. Dadurch lernt man nur dazu und kann sich verbessern.“

 
 

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