Nachwuchsförderung Talentsichtung für DFB-Stützpunkte wird revolutioniert

Die Sichtung der Talente für die DFB-Stützpunkte wird umstrukturiert. Foto: BFV

Auf der Suche nach den besten Talenten für die DFB-Stützpunkte werden neue Wege bestritten. Die Sichtung soll länger dauern und dadurch genauer werden. Zudem werden die Vereine verstärkt eingebunden.

Wenn in diesem Jahr die DFB-Stützpunkte in Bayern wieder auf der Suche nach den besten Talenten ihrer Region sind, dann wird vieles anders sein als in den vergangenen Jahren. Die Sichtung soll früher starten, soll sich über einen längeren Zeitraum strecken und somit genauer und den Talenten gerechter werden. "Ziel ist es, dass die Stützpunkttrainer mehr Zeit bekommen, die Talente zu sichten und zu bewerten und ihre Auswahl nicht von kurzen, von vielen äußeren Faktoren beeinflussten Eindrücken abhängig machen müssen", erklärt Johannes Ederer, in Ostbayern zuständig für die Stützpunkte.

Was heißt das konkret? Seit 2001 fand der Talentsichtungstag immer am dritten Sonntag im Juli statt und die Talente wurden vor allem aufgrund ihrer Performance an verschiedenen Stationen bewertet. Die besten Spieler wurden eine Woche später zur sogenannten Finalsichtung eingeladen. Auf diesen beiden Terminen basierte letztlich die Entscheidung, welche Talente fest in den jeweiligen Stützpunkt aufgenommen werden. "In dieser Form ist es immer wieder zu einer sportlichen Fehleinschätzung gekommen. Dazu haben Aspekte wie die körperlichen Voraussetzungen eine große Rolle gespielt und es entstand in den Stützpunkten eine hohe Fluktuation", erklärt Ederer.

Nun wird die erste Sichtung deutlich vorgezogen und am ersten Wochenende nach Ostern stattfinden. Das ist in diesem Jahr, je nach Region und Stützpunkt, am Samstag, den 4. Mai oder am Sonntag, den 5. Mai. Die auffälligsten Talente können drei Monate lang bis Ende Juli immer wieder ins Stützpunkttraining eingeladen werden, sodass sich die Trainer einen nachhaltigen Eindruck verschaffen sowie das sportliche Können und den Charakter der Spieler besser einschätzen können. "Wenn man Spieler über einen längeren Zeitraum betrachten kann, dann fällt die Bewertung leichter und ist unter dem Strich genauer", so Ederer.

Vereine mehr in der Verantwortung

Dazu ändert sich auch das Anmeldeprozedere für die Talentsichtung. Mussten sich in der Vergangenheit die Spieler beziehungsweise deren Eltern selbst um die Anmeldung kümmern, so verschiebt sich diese Verantwortung nun auf die Vereine. Diese können einzelne Spieler bis hin zu einer ganzen Mannschafte anmelden.

Gleichzeitig werden die jeweiligen E-Junioren-Trainer auch beim Talentsichtungsturnier eingebunden. Sie betreuen vor Ort zum einen ihre Spieler, zum anderen geben sie auch Einschätzungen ab, die in die Bewertung einfließen. Heißt: Die Vereine werden insgesamt deutlich mehr eingebunden. "Die bessere Verzahnung von DFB, BFV und der Vereine ist eines der großen Ziele. Da gibt es derzeit noch Nachholbedarf. Aber nur, wenn diese drei Säulen Hand in Hand arbeiten, kann man nachhaltig Erfolg haben", sagt Ederer.

Er sieht einen großen Vorteil des neuen Systems darin, dass auch Spieler in den Fokus rücken können, die im ersten Moment nicht auffallen, die Trainer aber durch die längere Sichtung von sich überzeugen können. Auch die Sichtung vor Ort wird anders ablaufen. Basierte in der Vergangenheit vieles auf einem Stationsbetrieb, so soll der neue Modus in Turnierform und mit deutlich mehr Spielformen ausgetragen werden. "Diese Spielnähe ist uns sehr wichtig", erklärt Ederer. "Dadurch ergeben sich mehr Spielzeiten für den Einzelnen sowie mehr Zweikampf- und Abschlusssituationen."

Neue Herausforderungen für den Fußball

Er sei, so Ederer, "total überzeugt von diesem Konzept." Alleine damit werde man den Bock aber nicht umstoßen. "In den letzten 15 Jahren der Talentförderung haben sich viele Dinge verändert", sagt er. Er spricht hier den gesellschaftlichen Wandel an. Die Kinder seien zum Teil durch immer mehr Ganztagesschulen zeitlich weniger flexibel, dazu komme ein größeres Freizeitangebot. "Auch die Leistungsbereitschaft hat sich in der Breite sicherlich nach unten verschoben", so die Einschätzung des 29-Jährigen. Auf diese Faktoren müsse der Sport Rücksicht nehmen und Lösungen finden. Ederer will aber keineswegs sagen, dass früher alles besser war. "Vieles, gerade in der Spitze der Talentförderung, hat sich auch sehr zum Positiven entwickelt."

Die Anmeldefrist für das Talentsichtungsturnier endet am 31. März. Bislang ist die Zahl der Anmeldungen laut Ederer noch sehr niedrig. "Das liegt zum einen daran, dass viele Vereine über die Veränderungen noch nicht Bescheid wissen. Zum anderen sind wir auch zeitlich relativ knapp dran", sagt er. Ederer selbst ist Ansprechpartner für die Talente in Ostbayern und kann per Mail unter johannes.ederer@dfb.de oder telefonisch unter der 0160/94805614 kontaktiert werden.

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