Nach Söders Ankündigung Wie Christkindlmärkte das letzte offene Wochenende erlebt haben

Der Romantische Weihnachtsmarkt in Regensburg war einer der Märkte, die am vergangenen Wochenende noch regulär geöffnet hatten. Foto: Hans-Christian Wagner

Ab Mittwoch müssen in Bayern alle Christkindl- und Weihnachtsmärkte schließen. Viele Veranstalter hatten ihre Märkte sicherheitshalber gleich komplett abgesagt. Es gab aber auch Märkte, die am vergangenen Wochenende noch offen hatten. Wir haben bei drei von ihnen nachgefragt, wie sie das letzte offene Wochenende erlebt haben.

Peter Kittel, der Veranstalter des Romantischen Weihnachtsmarktes in Regensburg, macht keinen Hehl daraus, dass er gerne noch länger geöffnet hätte. Das vergangene Wochenende war laut ihm extrem stark besucht und "von größer Sympathie uns gegenüber geprägt". Die Besucher des Marktes seien sehr vernünftig gewesen, jeder habe Verständnis für die strengen 2G-Regeln gehabt. Kittel kann nicht nachvollziehen, warum Weihnachtsmärkte nun schließen müssten, während es weiter erlaubt sei, durch Möbelhäuser, Fußgängerzonen und Fußballstadien zu drängen. "Das kollidiert mit bürgerlichem Rechtsverständnis", so der Veranstalter.

Er will den Romantischen Weihnachtsmarkt deswegen noch nicht gänzlich abschreiben. Zwar müsse man ab Mittwoch wie alle anderen Märkte schließen, er wolle das Verbot aber juristisch überprüfen lassen, kündigte Kittel an. Mehr dazu lesen Sie hier: Veranstalter Kittel will weiter öffnen

Ein guter Sonntag beim Waldwipfelweg

Auch der Christkindlmarkt des Waldwipfelwegs in Sankt Englmar hatte am Wochenende noch geöffnet. Laut Astrid Piermeier von der Touristeninformation Sankt Englmar war der Markt am Freitag und Samstag eher spärlich besucht. Einen Zusammenhang mit der Pressekonferenz von Markus Söder am Freitag, in deren Rahmen die Schließung der Weihnachtsmärkte verkündet wurde, hält sie für möglich. "Vielleicht dachten manche, die Regelung würde ab sofort gelten", so Piermeier. Am Sonntag war der Markt dann allerdings gut besucht. "Offensichtlich hatte sich herumgesprochen, dass noch geöffnet ist." Auch beim Waldwipfelweg wurde auf das strikte Einhalten der 2G-Regeln geachtet, was aus ihrer Sicht sehr gut geklappt hat. Dazu kommt, dass der Waldwipfelweg recht weitläufig ist. Die Buden stehen in großem Abstand zueinander, was Gedränge vermeidet. Für Piermeier sollte man den Waldwipfelweg deswegen nicht mit einem regulären Christkindlmarkt vergleichen. Sie findet es sehr schade, dass der Markt nun vorzeitig schließen muss: "Für viele Standler ist der Weihnachtsmarkt eine wichtige Einnahmequelle, die nun komplett wegfällt."

Pullman City gibt sich kämpferisch

Ärger und Unverständnis über die Entscheidung der Staatsregierung herrscht auch in der Westernstadt Pullman City in Eging am See. Dort musste der Deutsch-Amerikanische Weihnachtsmarkt vorzeitig schließen. Geschäftsführer Claus Six war für unsere Redaktion leider nicht persönlich zu erreichen, äußerte aber in einer bei Facebook verbreiteten Videobotschaft seinen Unmut: "Es kann doch nicht sein, dass wir jetzt wieder zusperren müssen, obwohl wir alles getan haben um uns an die Regeln zu halten", so Six. Für die Arbeit der Politik in den vergangenen zwei Jahren fand er deutliche Worte: Diese sei "grottenschlecht" gewesen. Die Pandemie lasse sich nur durch einen kompletten Lockdown oder eine Impfpflicht beenden, allerdings habe es kein Politiker "im Kreuz", das zu beschließen. Six bedankte sich ausdrücklich bei seinen Mitarbeitern und den Besuchern des Marktes für Ihre Unterstützung und kündigte an, weiter für eine baldige Wiedereröffnung zu kämpfen.

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