Nach Meningokokken-Fällen Statistik: Wohlhabende impfen weniger

Wohlhabende Haushalte impfen tendenziell weniger

Extrem niedrige Quoten bei der Men-C-Impfung zeigen sich laut Statistik vor allem in den oberbayerischen Landkreisen, etwa in Miesbach und Bad Tölz mit rund 66 beziehungsweise ungefähr 55 Prozent Einschulungs-Impfquote. Der Landkreis Ebersberg, wo die sechs Meningokokken-Fälle auftraten, weist hier etwa 78 Prozent auf – ebenfalls unter Landesdurchschnitt.

Auch bei der Immunisierung gegen andere schwere Krankheiten, wie etwa Kinderlähmung, Hepatitis B oder Masern, sind Oberbayern und auch Schwaben insgesamt die Schlusslichter. Der Bericht macht für diese Zahlen unter anderem "impfkritische Milieus" verantwortlich. Was könnte damit gemeint sein? Ein Erklärungsansatz:

Laut einer Auflistung des Bayerischen Landesamtes für Statistik verdienen die Menschen in diesen Gegenden monatlich im Schnitt teils deutlich mehr als den bayerischen Durchschnitt von 25.000 Euro: Das sogenannte "Verfügbare Einkommen" pro Einwohner nach allen Abzügen liegt in Bad Tölz bei 27.000, in Ebersberg bei 27.500 und in Miesbach sogar bei 30.000 Euro. Ist das Zufall? Nein, sagt Dr. Markus Frühwein, Impf-Experte aus München: "Es gibt schon eine Korrelation zwischen Wohlstand, Bildungsstufe und möglicher Impfgegnerschaft." Da habe man es oft mit Menschen zu tun, die "in ganz anderen Feldern studiert" hätten und dann dächten, sie wüssten auch im medizinischen Bereich besser bescheid als der Arzt, so Frühwein weiter.

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