Nach Kreuzbandriss VfB-Talent Grimm sieht ein Licht am Ende des Tunnels

Kevin Grimm, Nachwuchsstürmer des VfB Stuttgart, ließ sich in Straubing durchchecken, um zu sehen, wie weit er nach seinem Kreuzbandriss schon wieder ist. Foto: Fabian Roßmann

Kevin Grimm (18), Jugendspieler des VfB Stuttgart, hat sich im März das Kreuzband gerissen. Aktuell kämpft er sich zurück auf dem Platz. Am Mittwoch war er für Tests in Straubing.

Ein falscher Schritt, schwere Folgen. Im DFB-Pokal-Halbfinale der A-Junioren gegen Freiburg macht Kevin Grimm einen Schritt nach rechts, will dann schnell nach links, bleibt mit dem Standbeim im Rasen hängen und verdreht sich das Knie. „Es hat Knack gemacht“, erinnert sich Grimm an das Spiel im März dieses Jahres zurück. Mit schmerzverzerrtem Gesicht bleibt er liegen. Das Spiel ist für ihn beendet. Und nicht nur das. Es folgt die Schockdiagnose für jeden Sportler: Kreuzbandriss. Gleichbedeutend mit einer monatelangen Pause.

„Traurig und niedergeschlagen“ sei er gewesen, berichtet der Stürmer des VfB Stuttgart. Es ist seine erste größere Verletzung. „Ich habe schon auch lange gebraucht, um das zu akzeptieren.“ Für ihn war der Zeitpunkt der Verletzung doppelt bitter: Zum einen erzielte er im letzten Ligaspiel vor der Verletzung gegen den FC Bayern zwei Treffer und bereitete einen weiteren vor, war also sehr gut in Form. Dazu war mit der Verletzung klar, dass er mit dem Endspiel um den DFB-Pokal sowie der Endrunde um die Deutsche Meisterschaft absolute Highlights verpassen würde.

"Man darf sein Ziel nie aus den Augen verlieren"

Irgendwann, erzählt der Nachwuchsstürmer, kam aber der Zeitpunkt, an dem er die Situation akzeptiert hatte. „Man kann es ja nicht mehr ändern.“ In der Anfangszeit waren die Schmerzen da, die einfachsten Dinge fielen schwer. Doch dann wurde es besser. Die Schmerzen wurden weniger, er konnte langsam wieder ins Training einsteigen. „Man darf sein Ziel nie aus den Augen verlieren und muss immer motiviert bleiben“, sagt Grimm. Sein klares Ziel: Wieder mit dem Team auf dem Platz stehen.

Geholfen hätten ihm in der schwierigen Phase auch aufmunternde Worte von seinen Mannschaftskollegen und Mitarbeitern des VfB. Völlig reibungslos sei die Arbeit am Comeback zwar nicht gewesen. „Es gibt immer wieder Ups und Downs“, sagt er. Insgesamt sei der Heilung aber sehr gut verlaufen. Von Ärzten und Physios sei die Rückmeldung immer positiv gewesen.

Wie weit ist das Talent schon wieder?

Operiert wurde Grimm auf Vermittlung seines Spielerberaters Murat Lokurlu vom Straubinger Kniespezialisten Dr. Heinz-Jürgen Eichhorn. An diesem Mittwoch war er in der Gäubodenstadt. Zur Nachuntersuchung und um bei „Return to Play“ des Sporthopaedicums von Sportphysiotherapeutin Annika Eichhorn und dem Sportwissenschaftler Christian Zantop durchgecheckt zu werden. In verschiedenen Tests wurde überprüft, wie weit Grimm schon wieder ist und wie die verletzte Seite im Vergleich zur gesunden abschneidet. „Für mich ist es eine super Chance, um zu sehen, wo ich stehe, und welche Defizite ich noch habe, an denen es zu arbeiten gilt“, sagte Grimm im Anschluss. Das Fazit fiel durchaus positiv aus: „Ich habe mich gut gefühlt und bin ganz zufrieden.“

Grimm ist für individuelles Training seit ein paar Wochen schon wieder zurück auf dem Fußballplatz. Bis er voll ins Mannschaftstraining einsteigen kann, wird es noch ein bisschen dauern. Zur Rückrunde will Grimm in der U19 des VfB Stuttgart wieder voll angreifen. „Wenn es früher klappt, wäre es gut, aber ich mache mir da überhaupt keinen Druck“, will der 18-Jährige kein unnötiges Risiko eingehen. „Es macht mich schon überglücklich, wieder einen Ball am Fuß zu haben“, sagt er über die aktuelle Situation und fügt hinzu: „Ich sehe wieder Licht am Ende des Tunnels.“ Das Ende seiner Leidenszeit ist in absehbare Nähe gerückt.

 

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