Nach Corona-Infektion in Schöllnach Wird jetzt gegen den behandelnden Arzt ermittelt?

Aufregung im Landkreis Deggendorf. In Schöllnach soll ein behandelnder Arzt, der selbst an Covid-19 erkrankt ist und davon gewusst haben soll, eine Patientin angesteckt haben. (Symbolbild) Foto: Patrick Seeger/dpa

Dieser Fall schlägt nicht nur im Landkreis Deggendorf hohe Wellen. Am vergangenen Wochenende wurde bekannt, dass eine Schülerin der Realschule in Schöllnach positiv auf Covid-19 getestet wurde. In diesen Tagen kein Einzelfall. Doch nun wurde gestern bekannt, dass sich die Schülerin vermutlich von einem Arzt angesteckt hat.

Das Prekäre an diesem Fall: Der betreffende Arzt soll von seiner Infektion gewusst, aber dennoch einfach weiter praktiziert haben. Deggendorfs Landrat Christian Bernreiter (CSU) bezeichnete das Verhalten des Arztes am Dienstag gegenüber dem Donau Anzeiger als "unfassbar" und "verantwortungslos". Mit bloßer Kritik scheint es anhand der Tragweite des Ganzen jedoch nicht getan zu sein. Denn laut Leitendem Oberstaatsanwalt Rudolf Helmhagen wird derzeit seitens der Staatsanwaltschaft Deggendorf geprüft, ob gegen den Arzt Ermittlungen eingeleitet werden. Voraussetzung dafür sei ein Anfangsverdacht. Helmhagen schließt ein Verfahren wegen fahrlässiger Körperverletzung nicht aus, ebenso ist ein Ermittlungsverfahren wegen versuchter oder vollendeter gefährlicher Körperverletzung möglich.

Einem Bericht des BR zufolge, sollen sich mittlerweile bereits fünf Patienten bei dem Arzt mit Covid-19 angesteckt haben. Eine davon ist die Realschülerin aus Schöllnach. Demnach befinden sich nun etwa 270 Kontaktpersonen in Quarantäne.

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