Man muss lange suchen, bis man in der heutigen Zeit einen Fußballer findet, der in seiner gesamten Profikarriere nur für einen einzigen Verein gespielt hat. Oliver Hein vom SSV Jahn Regensburg ist so einer. 14 Jahre lang schnürte er die "Schleich" für den Oberpfälzer Kult-Klub. Nun zur abgelaufenen Saison beendete der gebürtige Straubinger seine Karriere. Aufgrund seiner langen Vereinszugehörigkeit verwundert es kaum, dass Hein immer noch von "wir" spricht, wenn es um seinen Herzensverein geht. Im Interview mit unserer Mediengruppe blickt der 31-Jährige auf seine besondere Laufbahn zurück, erklärt die jüngsten Erfolge der "Jahnelf" und gibt Einblicke in seine Zukunftspläne.

Herr Hein, Ihr letzter Profieinsatz für den Jahn liegt nun über zwei Wochen zurück. Haben Sie bereits realisiert, dass Sie nie wieder im Jahnstadion einlaufen werden?
Oliver Hein: Ich glaube, es wird mir so langsam bewusst, aber so richtig angekommen ist es noch nicht. Das kommt wahrscheinlich erst, wenn die Jungs wieder starten und die neue Saison losgeht.

Das letzte Spiel Ihrer Karriere hätte definitiv schlechter laufen können. Der Jahn hat mit einem 3:0-Sieg über St. Pauli den Klassenerhalt fix gemacht, im Anschluss konnten Sie mit den Fans hinter der Hans-Jakob-Tribüne feiern. Ein perfekter Abschluss?
Hein: Es war dahingehend perfekt, dass wir unser Ziel erreicht haben und die Saison trotz der zahlreichen Herausforderungen - Corona, Quarantäne und ohne Fans - erfolgreich abschließen konnten. Darüber waren wir sehr glücklich. Demnach würde ich es auch als sehr schönen Abschluss bezeichnen. Perfekt wäre es gewesen, wenn meine Familie im Stadion gewesen wäre.

Den absolut perfekten Abschluss machen Sie also nicht davon abhängig, dass Sie kurz vor Schluss nur die Latte und nicht ins Tor getroffen haben...