Mutmaßlicher Hitlergruß auf Zugspitze AfD-Büroleiterin: Ein "Gefällt mir" aus Versehen

Auf der Zugspitze ist ein Foto entstanden, das bisher zum Austritt von zwei AfD-Parteimitgliedern geführt hat. (Symbolbild) Foto: Angelika Warmuth/dpa

Einen Tag nach dem Rückzug von Markus Schirling als Bezirkstagskandidat der AfD im Landkreis Freising ist er nun auch nicht mehr Parteimitglied. In einer Pressemitteilung von Kreisverbandsvorsitzendem und Bundestagsabgeordnetem Johannes Huber heißt es, Schirling sowie Kreisverbandsbeisitzer Frank Salloch seien "freiwillig" aus der AfD ausgetreten. Vorwürfe wurden unterdes auch gegen die Leiterin von Hubers Bundestagsbüro laut.

Anfang dieser Woche wurde ein mehrere Jahre altes Foto publik, das Schirling und Salloch mutmaßlich beim Hitlergruß auf der Zugspitze zeigt. Schirling postete es im August 2014 auf seinem privaten Facebook-Profil mit dem Begleittext "Höchste Stelle vom Reich", gefolgt von einem Smiley.

Ein Screenshot dieses Fotos stellten am Montag fast gleichzeitig die Gruppierungen "Erdlinge", "Endstation Rechts - Bayern" und "AfD Freising Watch" öffentlich zugänglich ins Internet. Unsere Redaktion hat mit einem der Aktivisten gesprochen. Dieser hat die Echtheit des Screenshots unterstrichen.

Auf dem Screenshot sind auch "Likes" zu erkennen, die das ursprüngliche Foto auf Schirlings Profil bekommen hat. Hinter einem der Namen, die den "Gefällt mir"-Knopf gedrückt haben, soll sich die Büroleiterin des AfD-Bundestagsabgeordneten Johannes Huber vom Kreisverband Freising-Pfaffenhofen verbergen. Auf telefonische Nachfragen, was es mit dem "Like" auf sich habe und ob die Büroleiterin für Rückfragen zur Verfügung stünde, antwortete Huber zunächt mit: "Kann da aktuell nichts dazu sagen." Etwas später wandte sich Huber erneut telefonisch an die Redaktion und teilte eine Stellungnahme mit. Im Wortlaut: Die Büroleiterin "hat mir versichert, dass sie höchstens beim Durchscrollen auf ihrem Handy versehentlich auf das Foto geklickt hat. Jetzt ist sie bei genauerem Hinsehen darüber erschüttert, dass es sich bei diesem Foto um einen Fehler zu handeln scheint." Was die Büroleiterin mit "Fehler" konkret meine, konnte Huber auf Nachfrage nicht erklären. Das Facebook-Profil der Frau war am Donnerstagvormitag noch öffentlich abrufbar, kurz nach dem ersten Telefonat mit Huber dann allerdings nicht mehr. Der Name der Büroleiterin war vor einigen Wochen auch in einem Artikel auf Zeit Online aufgetaucht, für den die politischen Hintergründe der knapp 300 Mitarbeiter der AfD-Bundestagsfraktion recherchiert worden waren.

 

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