München Weiter viele Flüchtlinge auch aus Afghanistan

Angesichts anhaltend hoher Flüchtlingszahlen hat die Regierung von Oberbayern die Unterkunftskapazitäten ausgebaut. Am Freitag eröffnete in München eine neue Asylbewerberunterkunft für gut 300 Menschen als Dependance zum Anker-Zentrum Ingolstadt-Manching. Grund ist nicht der Ukraine-Krieg: Weiter kämen viele Flüchtlinge vor allem aus afrikanischen Ländern und aus Afghanistan, hieß es. Dort sind nach der Machtübernahme der Taliban viele Menschen geflüchtet.

Die Flüchtlingszahlen bewegten sich vor Ausbruch des Ukraine-Kriegs im zweistelligen bis unteren dreistelligen Bereich täglich, sagte Sprecher Wolfgang Rupp. "Es war notwendig, zusätzliche Plätze zu schaffen." Die Entscheidung für die neue Unterkunft sei im Frühjahr 2021 gefallen, als noch niemand mit der Krieg gerechnet habe. Das schließe aber nicht aus, dass dort notfalls auch Ukrainer unterkommen könnten, wenn sie keine andere Bleibe finden.

"Mit der neuen Unterkunftsdependance trägt die Regierung von Oberbayern dem über die Jahre veränderten Zugangsgeschehen und den besonderen Bedürfnissen von Flüchtlingsfamilien Rechnung", sagte Regierungspräsident Konrad Schober. Die neue Erstaufnahmeeinrichtung in einem ehemaligen Hotel sei speziell auf die Bedürfnisse von Familien abgestimmt, hieß es. Dort bietet die Diakonie Kinder- und Hausaufgabenbetreuung sowie Flüchtlings- und Integrationsberatung.

Die Unterkunft zählt zum Anker-Zentrum Ingolstadt-Manching, das damit insgesamt zehn Standorte in Oberbayern hat. Anker steht für An(kunft), k(ommunale Verteilung), E(ntscheidung) und R(ückführung).

Die 2018 ins Leben gerufenen Zentren sollen nach dem "Masterplan Migration" des damaligen Bundesinnenministers Horst Seehofer (CSU) die Asylverfahren und damit auch eine Abschiebung derjenigen beschleunigen, die kein Bleiberecht bekommen. Flüchtlingsorganisationen hatten die Abschaffung der Zentren gefordert und kritisiert, es handele sich um Massenunterkünfte ohne Privatsphäre; Flüchtlinge würden isoliert und Integration verhindert.

Dieser Artikel ist Teil eines automatisierten Angebots der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Er wird von der idowa-Redaktion nicht bearbeitet oder geprüft.

 
 
 

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