Im Stadtmuseum wird der originelle Maler endlich wiederentdeckt.

Dieser Medusa möchte man nicht im Dunkeln begegnen. So grausig glühen die blutunterlaufenen Augen. Bei näherer Betrachtung schaut die Gorgonen-Dame dann eher entnervt aus, sie muss schließlich den Job ihrer dämlich dreinblickenden Schlangen übernehmen, die eh nur dekorativ in der Kurve hängen. Aber das ist typisch für den Münchner Jugendstilmaler Carl Strathmann (1865-1939). Greift er zu einem Motiv, das in der Kunstgeschichte gewichtig bis pathetisch daher kommt, dann wird der heilige Ernst mindestens im Detail unterlaufen: Bei der Vogelpredigt des Franziskus ist ein Storch schon eingenickt. Und Tod und Teufel marschieren - ziemlich frei nach Dürer - hinter einem schwer gerüsteten Ritter, als würde der einen Faschingszug in die nächste Dorfdestille führen.

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