Regie-Legende Auch die Region trauert um Josef Vilsmaier († 81)

Peter Kallus (links) ist Leiter der Deggendorfer Redaktion der Mediengruppe Straubinger Tagblatt/Landshuter Zeitung und durfte Regisseur Vilsmaier (rechts) bei Dreharbeiten zum "Brandner Kasper" begleiten. Foto: Peter Kallus

Der Regisseur Joseph Vilsmaier ist tot. Wie eine PR-Agentur am Mittwoch in München im Auftrag der Familie mitteilte, ist er am Dienstag im Alter von 81 Jahren gestorben.

Bekannt wurde Vilsmaier unter anderem durch seine Regie-Werke für die Filme "Herbstmilch" und "Die Geschichte vom Brandner Kaspar". Außerdem war Vilsmaier eines der Gründungsmitglieder der Deutschen Filmakademie im Jahr 2003. Am 21. Juni 2009 erhielt er den Ehren-Kamerapreis für sein Lebenswerk. Auch in der Region hat Josef Vilsmaier einen bleibenden Eindruck hinterlassen – etwa bei Peter Kallus aus der Deggendorfer Redaktion der Mediengruppe Straubinger Tagblatt/Landshuter Zeitung. "Es ist für mich eine schöne Erinnerung, dass ich ihn während der Dreharbeiten zum neuen Brandner Kaspar begleiten durfte. Die Nachricht von seinem Tod macht mich sehr betroffen", erklärt er. 

Erst mit fast 50 Jahren hatte sich Vilsmaier als Regisseur erprobt: 1988 inszenierte er "Herbstmilch", einen eindrucksvollen Kinofilm über das harte Leben der niederbayerischen Bäuerin Anna Wimschneider. Mit der Literaturverfilmung "Schlafes Bruder" sorgte er international für Aufsehen und ging 1995 sogar ins Rennen um den Oscar. Nicht minder erfolgreich und mit vielen Preisen überhäuft war auch der Streifen "Comedian Harmonists" über das weltberühmte Vokalensemble aus Berlin.

Lesen Sie auch das Interview mit Joseph Vilsmaier, das idowa zum Kinostart seines Films "Bayern - sagenhaft" im Jahr 2017 geführt hat: Joseph Vilsmaier über "Bayern - sagenhaft"

Seine letzte Regiearbeit konnte er noch verwirklichen: Es war der Kinofilm "Der Boandlkramer und die ewige Liebe" mit Michael "Bully" Herbig und Hape Kerkeling. Vilsmaier hatte seine eigene Filmproduktion in Grünwald - die Perathon Medien GmbH.

Kunstminister Bernd Sibler hat mit großer Betroffenheit vom Tod des Regisseurs Josef Vilsmaier erfahren. „Joseph Vilsmaier hat sein Publikum mit seinen Filmen auf besondere Weise berührt. Die Stoffe fand er in unserer Geschichte, in der Literatur und in seiner Heimat. Dieser war er auch als einer der gefragtesten Filmemacher Deutschlands stets verbunden. Liebevoll und mit einem Augenzwinkern konnte er unseren Freistaat, seine Heimat, in einzigartiger Weise in Szene setzen. Mit Joseph Vilsmaier nehmen wir Abschied von einem großartigen Regisseur, Produzenten und Kameramann“, betonte Minister Sibler, der Joseph Vilsmaier selbst mehrmals persönlich begegnet war.

"Bully" drückte am Mittwochvormittag auf Instagram seine Trauer um den Regisseur aus. "Joseph, mein lieber Freund, ich werde Dich so sehr vermissen! Dein mitreißendes Lachen, Dein herrliches Schimpfen, Deine einzigartigen Geschichten, Deine schier endlose Energie, Deine Spitzbübigkeit, Dein großes Herz, einfach Alles!", schrieb Herbig neben einem Foto, das ihn mit Vilsmaier zeigt. "Dieser Abschied tut unglaublich weh, Dein Bully."

Vilsmaier hinterlässt die drei erwachsenen Töchter Theresa, Janina und Josefina - wie ihre Eltern auch im Filmgeschäft aktiv. Seine Ehefrau Dana Vávrová war bereits 2009 gestorben.

Zum Beruf des Regisseurs war Vilsmaier über Umwege gekommen. Nach seiner Kindheit und Jugend in Niederbayern und München studierte er neun Jahre lang Musik, Schwerpunkt Klavier. Er arbeitete als Techniker und musizierte in einer Jazzband. Mit Anfang 20 kam er 1961 zum Film, erst als Materialassistent, später als Kameramann.

Weitere Informationen und Bilder aus Vilsmaiers aufregendem Leben sehen Sie im Video:

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