München/Landshut Das Feindbild vieler Mieter: Scharfe Kritik an Rainer Beck

Ist zum Gesicht geworden für alles, was am Immobilienmarkt in München falsch läuft: Rainer Beck. Foto: LZ

Zwischen 2011 und 2015 war Rainer Beck Alleingesellschafter der LES GmbH in Landshut. Ein Zeitraum, an den die EVL-Anhänger nicht unbedingt gerne zurückdenken.

Zwar gab es auch einige sportliche Erfolge zu feiern, von den zwischenzeitlichen Träumen einer Rückkehr in die höchste deutsche Spielklasse ist jedoch nichts übrig geblieben. Ganz im Gegenteil: Nach einem ebenso überflüssigen wie aussichtslosen Streit über finanzielle Modalitäten mit den Verantwortlichen der DEL 2 wurde dem niederbayerischen Traditionsverein die Lizenz entzogen, der Zwangsabstieg in die Eishockey-Oberliga war die Folge. Beck stieg kurze Zeit später aus und hinterließ - entgegen anderer Aussagen - einen gewaltigen finanziellen Scherbenhaufen. Nur durch einen kürzlich erfolgten Schuldenschnitt sowie den Einstieg mehrerer Gesellschafter konnte der Super-Gau - die Insolvenz - vermieden werden. Nun scheint der Verein endlich wieder ruhigere Gewässer anzusteuern.

Lesen Sie hierzu auch unseren Kommentar: Plötzlicher Herztod: Dr. Beck bitte melden!

Rainer Beck indes sorgt regelmäßig in den Münchner Gazetten, zuletzt in der "Abendzeitung", für Schlagzeilen. Allerdings weniger im sportlichen Bereich - obgleich er in der Vergangenheit auch immer wieder mit dem Münchner Eishockey sowie den Fußballern vom TSV 1860 und der SpVgg Unterhaching in Verbindung gebracht worden war. Doch mittlerweile ist Rainer Beck zum Gesicht geworden für alles, was am völlig überhitzten Immobilienmarkt in der Landeshauptstadt schief läuft. Laut Mieterverein München ist Beck, dem zahlreiche Häuser in bester Lage gehören, der "schlimmste Entmieter der Stadt". Und dabei geht er offenbar, wie Münchner Medien übereinstimmend berichten, stets nach dem gleichen Schema vor: Er erwirbt die Häuser, kündigt Modernisierungsmaßnamen und in der Folge auch erhebliche Mietsteigerungen an. Wohnungen, für die bislang monatlich 600 Euro verlangt wurden, sollen da künftig einen vierstelligen Betrag kosten. Die Miete einer 76-Quadratmeter-Wohnung sollte nach dem Umbau sogar von 520 auf 1896 Euro steigen - für die bisherige Mieterin nicht mehr zu stemmen. Sie musste ausziehen.

Ein weiterer Vorwurf: Beck beginnt mit der Modernisierung, die Arbeiten werden jedoch schon nach kurzer Zeit eingestellt. Die Folge: Die Mieter leben praktisch auf einer Baustelle - was nicht wenige zermürbt, worauf sie den ihnen angebotenen Auflösungsvertrag annehmen.

"Rainer Beck hat ein Ziel: Alle Altmieter loszuwerden, denn dann sind seine Immobilien am meisten wert", heißt es von Seiten des Mietervereins. Diesem Gebaren hat nun das Amtsgericht zum ersten Mal einen Riegel vorgeschoben: Es gab dem Mieterverein recht, der für eine Bürgerin aus Neuhausen geklagt hatte. Denn Teile der Sanierung, mit denen die drastische Mieterhöhung begründet worden war, seien reine Instandsetzungen gewesen, die der Mieter nicht bezahlen müsse. Andere Punkte im Schreiben an die Mieterin, in dem die Sanierung angekündigt wurde, seien viel zu vage gewesen. Beck lenkte daraufhin vor Gericht ein, was der Mieterverein als großen Erfolg feierte: "Damit hat Beck zugegeben, dass nicht nur dieses Schreiben, sondern auch viele andere rechtlich unwirksam sind. Er verschickt sie letztlich nur, um Mieter einzuschüchtern."

Es bleibt abzuwarten, ob sich Rainer Beck von diesem Urteil des Amtsgerichts beeindrucken lässt. Und ob es tatsächlich ein Hoffnungsschimmer für die Mieter in München ist, die kaum noch bezahlbaren Wohnraum finden. -bb-

 

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