Cyberattacke in München Caritas rechnet nach Hackerangriff mit Einschränkungen

Die beleuchtete Tastatur eines Laptops spiegelt sich im Bildschirm. Foto: Silas Stein/dpa/Illustration

Nach einem Hackerangriff von Erpressern rechnet die Münchner Caritas mit längerfristigen Einschränkungen bei der EDV. "In einer Woche wird es nicht erledigt sein", sagte Sprecherin Bettina Bäumlisberger am Mittwoch. Insbesondere die E-Mail-Kommunikation könne vorläufig nicht mehr über die bisherigen Adressen erfolgen, erklärte sie.

Die Münchner Kriminalpolizei ermittelt wegen des Cyberangriffs. Am Wochenende hatten die Hacker die Computersysteme des Sozialverbandes angegriffen und Geld in einer Kryprowährung gefordert, wenn die aufgespielte Schadsoftware wieder entfernt werden soll. Details zu der Forderung der Kriminellen nannten weder die Polizei noch die Caritas.

Immer wieder wird die Computer-Infrastruktur von Unternehmen und großen Organisationen von solchen Cyber-Erpressern angegriffen. Im Sommer berichteten beispielsweise auch die deutschen Industrie- und Handelskammern (IHK) von solch einem Angriff, der zu wochenlangen Einschränkungen führte.

Bei dem katholischen Sozialverband sind 350 Dienste und Einrichtungen mit etwa 10.000 Mitarbeitern von dem Angriff betroffen. Bäumlisberger erklärte, dass in den Pflegeheimen oder Kindergärten ohnehin vieles noch analog laufe und deswegen die Computerprobleme nicht so gravierend seien.

Nach dem Angriff habe auf die Faxgeräte zurückgegriffen werden können, die ohnehin wegen des datenschutzsicheren Versands von medizinischen Unterlagen noch verbreitet vorhanden seien. Zudem werde verstärkt die Internetseite der Caritas zur Kommunikation genutzt. "Wir sind optimistisch, dass wir die Krise in den Griff bekommen", meinte die Sprecherin.

Laut Polizei und Caritas haben die Kriminellen auch Daten von den gehackten Rechnern erbeutet. Auch hier sind aber keine Details bislang bekannt. "Um welche Daten es sich handelt, können wir zum jetzigen Stand nicht zweifelsfrei und auch aus ermittlungstaktischen Gründen nicht sagen", berichtete Caritasdirektor Hermann Sollfrank.

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